Die Stadt Pforzheim möchte den Rahmen für die Mobilitätsentwicklung der nächsten Jahre neu definieren und dafür gemeinsam mit einem Fachbüro für Pforzheim einen sogenannten Integrierten Mobilitätsentwicklungsplan (kurz: IMEP) erstellen.

In einer Pressemitteilung vom 23.10. heißt es: „Nachdem in der Vergangenheit die Planung für einzelne Verkehrsarten und -wege vorwiegend isoliert voneinander stattfand, steht heute eine integrierte Betrachtung der Mobilitätsbedürfnisse der Menschen im Vordergrund. Dabei sollen alle Fortbewegungsarten und Verkehrsbelange mit einbezogen werden – immer unter dem Leitgedanken, die Lebensqualität für alle zu verbessern. Der IMEP leitet dabei als strategischer Leitfaden und Entscheidungshilfe Ziele für die Entwicklung einer gesamtstädtischen Mobilität ab, von denen aus schließlich Konzepte und konkrete Maßnahmen für die Zukunft entwickelt werden.“

Die von der Stadt oben genannten Ziele stimmen uns optimistisch – insbesondere, weil wir uns als Bürger*innen auf der Projektseite pforzheim-mobil.de schon heute einbringen können.
Nutzt also die Gelegenheit und lasst die Stadt wissen, was euch als Radler*in aktuell am meisten stört – und wie ihr lieber heute als morgen durch unsere Stadt fahren wollt.

Kim Späth, Kandidatin der Jungen Liste bei der Pforzheimer Gemeinderatswahl 2019, hat am 17.10.2020 in der Pforzheimer Zeitung unter dem Titel „Achtung Kontrolle: Rechte und Pflichten von Fahrradfahrern“ eine Polemik gegen Radfahrer veröffentlicht. Die Junge Liste ist uns als Vertretung der Jungen Union bekannt. Da noch vor Kurzem Stadtrat Sarow von der CDU bei der Gemeinderatssitzung im Juni allen Anwesenden die Vorteile des Radverkehrs erläuterte, haben wir uns gewundert, dass die CDU inzwischen fortschrittlicher ist als ihre Nachwuchsorganisation:

Höhepunkte des Aufsatzes von Frau Späth waren die Aussagen, in Pforzheim gäbe es 100 km Radwege, wieso die Radfahrer nicht dort fahren würden und dass „einige Radfahrer“ sich nicht an die Regeln halten würden, „die meisten Autofahrer“ aber schon. Dies vor dem Hintergrund, 

  • dass die 100 km Radwege wohl im Wald verlaufen, denn in der Innenstadt fehlt fast jede Spur davon,
  • dass die Mär vom Velorowdy längst enttarnt ist,
  • dass das Ordnungsamt diverse Mitarbeiter ausschließlich mit den Geldern aus Ordnungswidrigkeiten von Autofahrern bezahlen kann, und
  • dass die Stadtverwaltung unter CDU-Oberbürgermeister Boch jüngst die Notwendigkeit der Mobilitätswende erkannt hat.

Will sich Frau Späth hier auf eine Linie mit AfD-Stadtrat Bamberger stellen? Der AfD-Mann äußerte auf der Gemeinderatssitzung im Juni 2020, in Deutschland würden Autos produziert, man bräuchte keinen Radverkehr in Pforzheim.

„Die Zahlen sind deutlich. Velofahrende sind gesetzestreuer als gemeinhin angenommen wird. Eine große Untersuchung der Cycling Embassy of Denmark zeigt, dass weniger als fünf Prozent der Radlerinnen und Radler die Verkehrsregeln übertreten.“. Hier geht’s zum vollständigen Artikel auf –> velojournal.ch.