25. September 2020 – Normalität im Regen

Nach einer Vielzahl von Fahrrad-Events (Parking Day, Kidical Mass und Fancy Women Bike Ride) am Wochenende zuvor haben es sich 44 Alltagsradler am 25. September trotz gleichmäßigem Regen und kühlen Temperaturen nicht nehmen lassen, gemeinsam die Critical Mass zu fahren. Die Tour ging kreuz und quer durch die Innenstadt. Vier Autofahrer hatten es mal wieder eilig und mussten dringend den langen Tross überholen. Die warme Suppe, die es bei gemütlichem Beisammensein danach im Cafe Roland gab, soll sehr gut gewesen sein.

28. August 2020 – Ausklang im Sommerkino

In der Urlaubszeit und nach dem kurz davor noch sehr regnerischen Wetter waren es etwa 40 aufrechte Radler, die in großer Kolonne klingelnd durch Pforzheim fuhren und auf die Belange des Radverkehrs aufmerksam machten. Einer hatte Musik dabei und es bot sich wieder Gelegenheit für viele interessante Gespräche. Am Ende unserer ca. 45minütigen Fahrt durch die Pforzheimer Innenstadt luden wir zusammen mit dem Kommunalen Kino zur Fortsetzung unserer gemeinsamen Filmreihe DIALOG (RAD-)VERKEHR in den sehr gut besetzten Innenhof des Kulturhaus Osterfeld ein.

Weltumradler Dennis Kailing vor der Open Air Bühne des Kulturhaus Osterfeld – Foto: ritschratsch-klick.de

Unserem mitradelnden Programmbeirat Winfried Thein war es gelungen, die beeindruckende Doku „BESSER WELT ALS NIE“ gemeinsam mit dem Regisseur und Protagonisten Dennis Kailing nach Pforzheim zu holen. Der sympathische Weltumradler zeigte unterhaltsam auf, worauf es ankommt, wenn man zweieinhalb Jahre um die Welt radelt, und wie man filmisch dokumentieren kann, wenn einem die türkische Polizei erklärt, dass man auf der Autobahn nicht radeln soll.

31. Juli 2020 – Poolnudelaktion

Am 31. Juli 2020 kamen etwa 70 Radler zur Critical Mass mit Poolnudeln. Unter dem Aktionsmotto „Abstand halten“ wiesen die Poolnudeln auf den Mindestabstand von 1,50 Metern laut der aktuellen Novelle der Straßenverkehrsordnung hin. Die Aktion war ein voller Erfolg, Pforzheimer Zeitung und Pforzheimer Kurier berichteten jeweils mit Bild. Zum Ausklang gab es kühle Getränke beim Bootspick. Leider war das Wasser dort so wenig einladend, dass die in der sommerlichen Schwüle herbeigesehnte Wasserschlacht ausfallen musste.

Menschen auf dem Fahrrad bei einer Demonstration

Um 19 Uhr an jedem letzten Freitag im Monat treffen wir uns zur Critical Mass am Waisenhausplatz in Pforzheim. – Critical Mass? Eine Fahrrad-Spazierfahrt, die ohne Veranstalter und ohne festgelegte Route durch die Stadt führt. Nicht nur in Pforzheim, sondern in über einhundert Städten weltweit.

Nächster Termin:
Freitag, 30.10., um 19.00 Uhr auf dem Waisenhausplatz vor dem Theater

Am Ende unserer wie immer ca. einstündigen Fahrt durch die Pforzheimer Innenstadt laden wir euch nächsten Freitag zusammen mit dem Kommunalen Kino herzlich zur Fortsetzung unserer gemeinsamen Filmreihe DIALOG (RAD-)VERKEHR mit dem Fahrrad-Roadmovie „HIN UND WEG“ zu einem Kinoabend in Corona-Zeiten ein.
„HIN UND WEG“ ist eine Tragikomödie um eine Gruppe von Freunden, der eine von ihnen sterbenskrank, die eine letzte gemeinsame Fahrradtour nach Belgien unternehmen. Trailer und Tickets* unter https://kommunales-kino-pforzheim.de/movie/hin-und-weg, Info zur Maskenpflicht unter https://kommunales-kino-pforzheim.de/maskenpflicht
(*Wenn ihr den Film gemeinsam mit Freunden aus einem zweiten Haushalt anschauen wollt, bestellt eure Tickets bitte gemeinsam – dann gehen weniger Plätze für „social distance“ verloren.)

Für die Critical Mass-Fahrt gilt wie vor Corona: Fahrradleuchten + sichtbare Kleidung + gute Laune + Klingeln + Musik. Je mehr von allem, umso mehr Stimmung!
Zusätzlich aufgrund Corona und Pandemiestufe 3: Achtet auf Abstand zu Teilnehmer*innen aus anderen Haushalten und tragt bitte beim Start, während und am Ende unserer gemeinsamen Aktion durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz.

Informationen zu den vergangen Fahrten gibt es hier.

Radlerinnen beim Fancy Woman Bike Ride

Anlässlich des Fancy Women Bike Ride am Sonntag, 20. September fuhren über sechzig farbenfroh und elegant bis schick gekleidete Teilnehmerinnen mit Geklingel, Spass und DJ-Begleitung mit ihren geschmückten Fahrrädern durch die Stadt. Am Strassenrand winkten die Bürger und es gab ein tolles Gemeinschaftsgefühl, so dass die ursprünglich eher kurz angedachte Demonstration in mehrere Verlängerungen ging. Denn die Damen begannen die Route mehrfach einfach nochmal von vorne, was den begleitenden Polizisten um seinen Feierabend bangen ließ.
Der Fancy Women Bike Ride ist eine Veranstaltung von Frauen für Frauen, um sich an die befreiende Freude am Radfahren zu erinnern. Beim ersten Fancy Women Bike Ride (FWBR) in Pforzheim sollten mehr Frauen dazu ermutigen werden, das Fahrrad stärker in den eigenen Alltag zu integrieren. Der FWBR ist vor 7 Jahren in der türkischen Stadt Izmir entstanden und wird in über 120 Städten weltweit gefeiert. Ziel der gemeinsamen Fahrradtour ist ein Zeichen der Solidarität mit Frauen in anderen Ländern, die in ihrer Gesellschaft leider noch heute daran gehindert werden mobil, unabhängig und frei zu sein.

Die Aktion wird wiederholt. Bei Interesse, melde Dich einfach bei unserem Newsletter an (newsletter [at] fahrradstadt-pforzheim [punkt] de).




Radfahren wird immer beliebter, aber was wenn das Fahrrad abhanden kommt? Allein anhand der Rahmennummer können 90% der verloren gegangen Fahrräder nicht mehr dem richtigen Eigentümer zugeordnet werden. Abhilfe schafft hier die durch die Polizei entwickelte Fahrradcodierung durch den ADFC: Auf dem Rahmen des Fahrrads wird ein verschlüsselter personenbezogener Code verewigt, der aus einer individuellen Ziffern- und Buchstabenkombination besteht. Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads und können ihn im Falle eines Diebstahls informieren, ohne Rückgriff auf Datenbanken. Am Samstag 19.9.2020 haben viele Pforzheimer auf dem Pforzheimer Marktplatz ihr Fahrrad sichern lassen, was danke der Medienberichterstattung vorab auf großen Anklang stieß. Die Aktion soll wiederholt werden. Wer Interesse hat, kann sich beim ADFC oder beim Newletter auf dieser Webseite (newsletter [at] fahrradstadt-pforzheim [punkt] de) anmelden.

Große und Kleine auf dem Fahrrad bei der Kidical Mass

In der Form einer angemeldeten Demonstration startete am 19. September 2020 die Kidical Mass: „Wenn ein Kind auf dem Fahrrad sicher und unbeschwert überall hinkommt, lebt es in einer familienfreundlichen Stadt.“ Die Kidical Mass ist die Fahrradtour für Kinder, Jugendliche und Familien, bei der alle sicher durch die Stadt fahren können. Wir fuhren gemeinsam auf Pforzheims großen Straßen in langsamem Tempo. Die Polizei begleitete die Fahrt und schützte die Kinder vor dem Verkehr. Organisiert wurde die Aktion vom ADFC Kreisverband Pforzheim-Enzkreis, dem Gesamtschülerrat Pforzheim, dem Jugendgemeinderat Pforzheim, dem deutschen  Kinderschutzbund Ortsverband Pforzheim-Enzkreis, dem Stadtjugendring und dem Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Pforzheim-Enzkreis.

Am Freitag, den 18. September wurde in der Jörg-Ratgeb-Straße unter dem Motto „Strasse zurückerobern“ der Parking Day gefeiert. Zwischen Rialto und Unverpackt-Laden waren alle Parkplätze mit Leben gefüllt: dort standen Tische, Spielsachen und gemütliche Stühle, und gegen später gab die KOKI Band ein Konzert. Die Jörg-Ratgeb-Strasse, die ohnehin schon Spielstrasse ist, wurde ausnahmsweise tatsächlich durch spielende Kinder mit Leben gefüllt, und wegen des intensiven Treibens auf der Straße hielten sich die Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 7 km/h. Darauf achtete auch die Polizei, die die angemeldete Aktion begleitete, was wiederum für die kleineren Kinder von großem Interesse war. Es kam verschiedentlich zum interessieren Austausch zwischen großen Polizisten mit Pistole und Jungs und Mädchen mit Teddy unterm Arm. Obwohl in den Innenhöfen an der Jörg-Ratgeb-Straße zum selben Zeitpunkt fast alle Parkplätze leer waren, kam es trotzdem vielen Autofahrern wie ein Sakrileg vor, den öffentlichen Raum, den sie für ihr „heilig’s Blechle“ reserviert sahen, einem anderen Zweck zuzuführen. Von den meisten Ladenbesitzern dagegen kam positives Feedback: sie freuten sich darüber, dass der Platz vor ihren Läden und Restaurants auf einmal einbezogen war in den Erholungsraum am Fluss, so dass sie nicht mehr durch eine Parkschneise vom öffentlichen Leben getrennt waren.

Wie viel Platz in der Stadt soll von Autos besetzt werden – und wie viel Platz sollte uns allen zur öffentlichen Nutzung zustehen? Eigentlich eine Frage, die sich nicht nur die stellen sollten, die meist mit dem Fahrrad unterwegs sind.