Gemeinsam mit unseren Demo-Partnern von Fridays For Future Pforzheim laden wir euch am 31. Mai zur nächsten Critical Mass ein und wollen mit euch gemeinsam wieder über Pforzheims große Straßen radeln. Reiht euch ein und helft uns*, eine möglichst lange strahlende Fahrradschlange auf die Räder zu bekommen und ein gemeinsames Zeichen für bessere Radwege, mehr Klimaschutz und globalen Frieden zu setzen.
(*Bei Zeit und Interesse könnt ihr euch gerne auch aktiv in unser Orgateam einbringen, die Fahrradstadt von morgen ist dankbar für jede Unterstützung.)

Treffpunkt:
Freitag, 31. Mai, ab 18.30 Uhr, auf dem Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)
19.00 Uhr Ansprache und Start Critical Mass

Die Mai- und Juni-Touren stehen unter dem Motto „Luft nach oben!“. Die für den 31. Mai angemeldete Strecke führt uns über Nordstadt und Wilferdinger Höhe auf die Westtangente und durch den am 13. Mai neu eröffneten Arlinger Tunnel nach Brötzingen zum Ziel am Alten Pfarrhaus.

Lasst uns den Autotunnel zum Fahrradtunnel machen!

Unser Teilnahmeaufruf für die Critical Mass am 31.05. Weitersagen!

Fahrt mit uns, wo ihr sonst nie radeln könnt. Wir wandeln den Arlinger Tunnel nach der politischen Einweihung für den Autoverkehr als Premiere kurzzeitig in einen Fahrradtunnel um. Mit der Befahrung der neuen Infrastruktureinrichtung für den Autoverkehr wollen wir vor der Kommunalwahl deutlich machen, dass auch wir Radfahrende das Bedürfnis haben, bequem und effizient von A nach B zu kommen. Gemeinsam mit euch möchten wir mit der Aktion unterstreichen, was auch Landesverkehrsminister Hermann bei der Tunneleröffnung eingefordert hat:

Die Stadt müsse […] weiter an ihrem Verkehrskonzept arbeiten.

Quelle: BNN-Artikel „Guter Tag für Pforzheim und Enzkreis“: Arlingertunnel feierlich eröffnet vom 13.05.2024

Das finden wir auch. Beim Ausbau von Rad- und Fußwegen und ÖPNV gibt es in Pforzheim noch viel Luft nach oben!

Apropos Luft: Auf dem Weg nach Brötzingen kommen wir auch an der offiziellen Pforzheimer Luftmessstation vorbei. Mit der Juni-Tour zeigen wir dann, wo sie aus unserer Sicht besser aufgestellt sein sollte.

Nach der Critical Mass ist vor der Critical Mass: Meldet euch gerne mit Ideen zu lohnenswerten Abschlusszielen oder Anschlussevents. Wir freuen uns immer über Anregungen.

Wie von den letzten Aktionen gewohnt, werden wir wieder ca. 1-1,5 Stunden durch die Innenstadt fahren und dabei auf bekannte sympathische Art gemeinsam für mehr Aufmerksamkeit für Radfahrer*innen sorgen.

Prüft vor dem Start zuhause bitte eure Lichter und stellt sicher, dass ihr als Radler*innen gut zu sehen seid! Wenn ihr wollt und habt, schmückt eure Räder gerne mit Lichterketten und Speichenlichtern.

Mehr Sichtbarkeit für unser Anliegen

Wir greifen gerne eine Anregung aus eurer Mitte auf und bieten euch für die Critical Mass eine Auswahl von verschiedenen Demo-Plakaten. Sucht euch die Botschaften heraus, die euch am besten gefallen, druckt die betreffenden Plakate aus und bringt sie an Fahrrad, Hänger und/oder Radler*in befestigt gerne mit zu unser nächsten gemeinsamen Tour. Wenn euch ein Slogan fehlt, immer her mit der Idee!

Zusätzlich hier noch der Flyer und unser neutrales Werbeplakat für die monatliche Critical Mass. Bei den Aktionen gibt es immer gedruckte Flyer und je nach Verfügbarkeit auch anderes Werbematerial. (Da sich die Materialien nicht von alleine finanzieren, freuen wir uns über eine kleine Unkostenspende).

Grundregeln für gute Stimmung und ein gesundes Miteinander

  • Bitte mitbringen: Funktionierende Fahrradleuchten + Lichterketten + sichtbare Kleidung/Warnwesten + gute Laune + Klingeln + Musik. Je mehr von allem, umso mehr Stimmung!
  • Die Radwelt ist bunt: Egal, ob mit Stadt- oder Sportrad, ob mit oder ohne E-Antrieb, ob Normal- oder Lastenrad, Velomobil oder Spezialfahrzeug, ob mit einem, zwei oder mehr Rollrädern, ob im Anhänger oder selbst auf der Zugmaschine, ob mit großen Rädern oder auf ganz kleinen Rollen, ob aus Pforzheim oder von anderswo – bei der Critical Mass ist jede*r herzlich willkommen!
  • Hinweis für (Groß-)Eltern: Wir freuen uns auch bei den Critical Mass-Fahrten über mitradelnde Kinder, sie müssen aber „bergfit“ sein und bei Erwachsenentempo mithalten können.

Die Critical Mass rollt jeden Monat
Critical – was? Eine möglichst große Zahl an Radfahrer*innen schließt sich regelmäßig (in Pforzheim: jeden letzten Freitag im Monat) zu einer Gruppe zusammen und fordert so ihren Platz im Straßenverkehr. Diese weltweite Aktionsform ist eine Gegenbewegung zur alltäglichen städtischen Blechlawine – und eine Feier für das Verkehrsmittel Fahrrad. Wir fordern eine gerechte Aufteilung des Verkehrsraums und sichere Straßen für Radfahrer*innen. Das kommt leider nicht von allein.
Du bist herzlich eingeladen, bei der Critical Mass mitzufahren! Je mehr Leute wir sind, umso besser werden wir wahrgenommen, desto eher werden wir gehört. Unsere Veranstaltungen sind angemeldet und die Polizei sperrt Kreuzungen, schützt uns vor dem Autoverkehr.

Informationen zu den vergangenen Fahrten gibt es hier.

Mobilität ist eines der zentralen Themen in der Kommunalpolitik. Wir haben daher alle Pforzheimer Kommunalwahllisten gefragt:

Wie halten Sie’s mit dem Radverkehr?

Aktive der Critical Mass und des ADFC

Eigentlich waren wir angetreten, im Internet angesichts der Kommunalwahl einen Wahl O‘ Rad (Wahl O‘ Mat für Radverkehr – hier der aus Hessen) bereitzustellen. Bei der Kommunalwahlveranstaltung im Koki nach der Critical Mass am 26. April sollten die Teilnehmer Ja / Nein Fragen zu den Positionen der Radverkehrsaktiven bei ADFC und Critical Mass beantworten, welche dann in das Wahlentscheidungstool Eingang finden sollten. Die Webseite war am Start, die Ja / Nein Fragen wurden vorab verteilt – aber leider sind von allen siebzehn angefragten Listen nur gekommen:

Entschuldigt hatte sich

… und …

… schließlich war am selben Abend erstmals Wahlkampfplakatierung erlaubt.

Alle anderen haben uns ignoriert.

Wir hatten das Format der Veranstaltung wegen der ausschliesslich fahrradfreundlichen Präsenz kurzerhand umgestellt und die Teilnehmer zu ihren Standpunkten zur Radverkehrspolitik befragt. Genug Zeit für freie Rede für alle – so dass sich ein vielschichtiges Bild ergibt, welches wir hier nicht bewerten wollen. Am Besten analysiert Ihr das selber noch vor der Wahl, in dem ihr Euch die Filme (oben  verlinkt hinter dem jeweiligen Listennamen) anschaut. Wir finden jedenfalls, alle Teilnehmenden haben sich gut geschlagen, schliesslich kannten sie die Fragen – anders als bei der vorangehenden Veranstaltung zur Wahl im Kulturhaus Osterfeld – vorher nicht.

So war es ein interessanter Abend für alle, die sich für Kommunalpolitik interessieren.

Im Nachgang haben wir unsere Ja-/Nein- Fragebögen verschickt, haben aber nur Rückmeldungen von Bündnisgrünen, Grüner Liste, den Linken und Wir in Pforzheim erhalten. Bis auf Wir in Pforzheim teilen alle Listen unsere Positionen uneingeschränkt. Lediglich Wir in Pforzheim enthielt sich bei der Frage, ob der Radstreifen durch die Dooringzone in der Westlichen KF wieder entfernt werden sollte. Die Sache mit den Spenden von der Automobilindustrie haben wir überprüft, zumindest seit 2020 sind Grüne und Linke da nicht nachvollziehbar gesponsort worden. Und jetzt …

Leute, geht wählen!

Die Poller in der Ebersteinstraße haben aus einer täglichen Autoflut ein Rinnsal gemacht. Die Außengastronomie der Bäckerei Pasler kommt gut an und der Ebersteinplatz hat merklich an  Aufenthaltsqualität gewonnen. Man kann wieder Kinder zum Spielen dorthin schicken. Die Revitalisierung der Nordstadt zwischen Bahngleisen und Hohenzollernstraße ist dadurch ein wesentliches Stück voran gekommen.

Zuletzt wurde unsere Lebensqualität in der Innenstadt wieder als Wahlkampfthema für die Pforzheimer Kommunalwahl 2024 missbraucht. Dabei wurde dafür geworben, die Fussgängerzone wieder für den Autoverkehr zu öffnen, indem Pforzheim mit München verglichen wurde, frei nach dem Motto,

„wenn wir nur mit dem Auto vor den leeren Kaufhof fahren können, kommt die Kaufkraft zurück in den Einzelhandel“.

Quelle: vielleicht FDP?

Und es wurde Stimmung gemacht gegen die Verkehrsberuhigung in der Nordstadt und die Poller am Ebersteinplatz.

Am 22.5. um 17 Uhr trifft sich daher wieder die Initiative Pro Poller am Ebersteinplatz, um medienwirksam deutlich zu machen, dass wir dort keinen Durchgangsverkehr mehr wünschen. Kommt zahlreich!

Das Beitragsbild zeigt parkende Autos auf dem Enztalradweg. Ähnlich wie die FDP positionieren sich in Pforzheim Freie Wähler und AfD gegen eine fahrradfreundliche Innenstadt.

„Wollt Ihr das wirklich?“

will man ungläubig rufen

Hattet Ihr auch schon mal die Situation, wo ihr einen Hund spazieren führen wolltet, das verwöhnte, faule Tier aber unbedingt liegen bleiben oder in’s Auto hüpfen wollte? Und Ihr Euch gefragt habt

„wieso muss ausgerechnet ich den faulsten Hund von allen haben?“

So etwas gibt’s auch bei Parteien. Hier ein FDP Plakat aus Pforzheim:

Pforzheim – ohne Worte

hier aus Radolfzell und Vaihingen:

Radolfzell
Vaihingen

Bei denen ist also noch nicht Hopfen und Malz verloren. Hier könnt Ihr versuchen, die Pforzheimer Ortsgruppe schlau zu machen: info@fdp-pforzheim.de

Der ADFC Pforzheim-Enzkreis lädt mit dem neuen Programmheft „Fahrradjahr 2024“ auch dieses Jahr zu tollen Radtouren ein. Der Programmführer bietet gleichzeitig einen tollen Überblick über alle bislang für und in der Fahrradstadt Pforzheim für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen:

Fr. 29.03.Critical Mass
So. 21.04. Kirschblüten-Tour von Bühl nach Oberkirch
Fr. 26.04.Critical Mass mit im Anschluss Film und Diskussionsveranstaltung zur Kommunalwahl im Kommunalen Kino
Sa. 27.04. Kidical Mass
So. 28.04.Bergauf und bergab mit dem E-Mountainbike
So. 26.05.Historische Tour nach Markgröningen
Fr. 29.05. Critical Mass
Sa. 08.06. – So. 09.06.Quellen-Tour
Sa. 08.06.Hofladentour zum Einkaufen
So. 09.06.Lebendiges Kunst-Handwerk in Diefenbach
Sa. 15.06.Heimat-Runde
So. 16.06.Bio-Bike-Tour zum Betzenbuckel
Fr. 28.06. – Do. 18.07.Stadtradeln Pforzheim Enzkreis
Fr. 28.06.Critical Mass
So. 30.06.Panoramastüble
Sa. 06.07.Grill-Tour nach Lienzingen
So. 07.07.Eppingen erleben
So. 14.07.Nagold-Plansch-Tour
So. 14.07.Zum Wassermuseum Maisenbacher Mühle
Sa. 20.07.Durchs Heckengäu zum Schönbuchturm
Fr. 26.07.Critical Mass
So. 28.07.Mit flottem Tritt nach Wissembourg
Sa. 03.08.Burg Trifels in der Pfalz
Fr. 30.08.Critical Mass
Sa. 31.08.Metter-Radweg
So. 08.09.Zu den Waiblinger Neidköpfen
So. 15.09.Fancy Women & Girls Bike Ride
Sa 21.09.Kidical Mass
So. 22.09.Fachwerkhäuser in Maulbronn und Vaihingen
Fr. 27.09.Critical Mass
Sa. 12.10.Fahrradparcours am Welt-Mädchentag
So. 20.10.Stäffele in Stuttgart
Fr. 25.10.Critical Mass
So. 17.11.Zum Frühstück zum Stromberghof
Fr. 29.11.Critical Mass
Fr. 27.12.Critical Mass

Am besten gleich ansehen und Termine vormerken. Vielleicht sehen wir uns auch bei einem der Radtourangebote?

Es geht hier nicht um die Stelle, an der Natenom totgefahren wurde, nicht um die Frage, wie das ablief und nicht um die Schuldfrage. Aber Natenoms Tod wird regelmässig damit vermischt, wie er auf der Straße unterwegs war.

Es ist unglaublich ermüdend in den Medien sowohl in Artikeln wie auch in Leserbriefen immer die selbe Frage zu lesen… warum Natenom sich zu Lebzeiten nicht verdrückt hat auf den rechten Rand der Strasse oder doch besser gleich auf irgendeinen hubbeligen Waldweg. So wie die es von ihm erwartet haben, die ihn vor seinem Tod gemobbt und auch nach seinem Tod mit Hass-Posts verfolgt haben. Es scheint Menschen, die nicht regelmässig ihre Erledigungen mit dem Fahrrad machen, unverständlich zu sein, wieso nicht alle Verkehrsteilnehmer (auch die, die gar kein Auto haben) ihr ganzes Sein dem schnellen Fortkommen mit dem Automobil der anderen unterordnen. Und immer wenn Leute etwas nicht verstehen, ist es sinnvoll, das in Bilder zu fassen. Wenn wir mal davon ausgehen, dass verstanden wird, dass Natenom regelmässig auf der Landstrasse fuhr, weil er das durfte und weil die Landstrasse fast immer in einem besseren Zustand ist als der hubbelige Wald- oder Feldweg daneben, oder weil sie weniger Steigung / weniger Kurven= weniger Strecke ausweist, dann hilft uns folgende Grafik aus dem englischsprachigen Raum weiter.

(C) 2014 Kery Caffrey, Inc.

Fazit: Leute, nehmt Euch den Platz, wenn ihr leben wollt! … und wenn ein Auto nicht überholen kann, weil ihr in der Mitte fahrt, dann darf es wegen des gesetzlichen Überholabstands in der Regel eh nicht überholen.

Die soziale Fahrradwerkstatt von Q-PRINTS & SERVICE, mit der wir schon lange toll kooperieren, veranstaltet am Samstag, 2. März, von 10 bis 15 Uhr wieder einen großen Fahrradmarkt in der Simmlerstraße 10.

Wenn ihr gerade auf der Suche seid, könnt ihr dort zu sozialen Preisen instandgesetzte gebrauchte Damen-, Herren- und Kinderräder erwerben. Vorbeischauen lohnt auf jeden Fall!

Kennt ihr schon das Online-Formular für Schadensmeldungen an die Stadt?

Egal, ob…

  • ihr im Fahrradalltag um Schlaglöcher kurven müsst
  • euer Weg von Sträuchern überwuchert ist
  • eine Kreuzungsecke (mal wieder) von Autos zugeparkt ist
  • eine Straßenlampe nicht funktioniert
  • die Ampel nicht oder zu spät reagiert
  • die Grünphase für Fuß- oder Radverkehr viel zu kurz ist
  • oder es ein anderes Problem gibt,

…mit dem Online-Formular könnt ihr das Problem einfach und bequem direkt an die Stadt melden (kein Muss, aber am besten mit erläuterndem Bild). Eure Meldung geht dann im Baudezernat ein und wird von dort – mit Rückmeldung an euch – an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet. Je nach Problem, meldet sich anschließend die Fachabteilung nochmal bei euch zurück – oder der Schaden wird direkt behoben.

Wir sind entsetzt und fassungslos. Gestern haben wir bei der gemeinsamen Gedenkfahrt an der Unfallstelle das Ghostbike für Andreas aufgestellt – und schon in der ersten Nacht ist die Gedenkstätte verwüstet worden.

Verwüstete Gedenkstätte für Andreas

„Wir können einfach nicht begreifen, dass jemand so etwas tun kann. Ein Mensch ist gestorben – und andere Menschen treten sein Andenken im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen.“

Marthe Soncourt, Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim

Gemeinsam mit unseren bundesweiten Partnern haben wir dazu folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Pforzheim – Unbekannte haben die Gedenkstätte für den getöteten Radaktivsten Andreas Mandalka verwüstet, besser bekannt als Natenom. Sie warfen das am Unfallort an der L574 aufgestellte Ghostbike um und zerstörten Kränze, Grablichter sowie Erinnerungsstücke, die Freunde und Wegbegleiter dort hinterlegt hatten.
„Wir sind zutiefst erschüttert“, sagt Martin Mäschke vom örtlichen Fahrradclub ADFC. „Selbst im Tod schlägt Andreas noch Hass entgegen von – wir können es nur vermuten – gewaltbereiten Autofahrern. Wir haben Anzeige bei der Polizei Pforzheim erstattet und werden das Ghostbike nun wieder herrichten.“
Marthe Soncourt von der örtlichen Radverkehrsinitiative Critical Mass: „Wir können einfach nicht begreifen, dass jemand so etwas tun kann. Ein Mensch ist gestorben – und andere Menschen treten sein Andenken im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen.“

Das komplett weiß lackierte Fahrrad war erst am Sonntag auf einer großen Fahrraddemo an jenem Ort aufgestellt worden, an dem Natenom vor zwei Wochen von einem Autofahrer gerammt und tödlich verletzt worden war. Bei der Aufstellung des sogenannten Ghostbikes waren 500 bis 600 Menschen aus ganz Deutschland anwesend, die mit ihren Rädern von der Staatsanwaltschaft Pforzheim bis zur Unfallstelle an der Landstraße 574 fuhren.
Schon während der Demo war es vereinzelt zu Auseinandersetzungen mit Autofahrern gekommen. In mindestens einem Fall wurde Anzeige gegen einen Autofahrer gestellt, der in der Pforzheimer Innenstadt mit seinem BMW in den Demozug fahren wollte. Unweit von dieser Stelle hatte ein anderer Autofahrer einen Ordner tätlich angegriffen.
„Wir hoffen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in Pforzheim die Schändung des Ghostbikes und die Übergriffe während der Demonstration ernster nehmen als die Anzeigen, die Andreas gegen gewalttätige und gefährdende Autofahrer gestellt hatte – diese Anzeigen wurden fast immer abgewiesen oder die Ermittlungen eingestellt“, sagt Mäschke, der Sprecher des ADFC-Kreisverbands Pforzheim-Enzkreis ist.
„Die Begründung war stets die gleiche: Die Gefahr sei ‚abstrakt‘; es sei ja nichts passiert. Vielleicht wird auch Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt klar, dass hinter der abstrakten Gefahr ein ganz konkreter zerstörungswütiger Hass steht, der sich gegen unschuldige Radfahrer richtet. Andreas Mandalka ist nicht allein, nicht in seinem Tod und nicht in unserer Bedrohungssituation“.
Andreas Mandalka hatte sich bis zu seinem Tod insbesondere für die Gleichstellung von Radfahrern im Straßenverkehr sowie die konsequente Ahndung von Verkehrsverstößen eingesetzt. In den sozialen Medien war er unter dem Pseudonym Natenom eine der bekanntesten Personen der Radverkehrs-Szene in Deutschland.

Andreas Mandalka ist nicht allein, nicht in seinem Tod und nicht in unserer Bedrohungssituation.

Martin Mäschke, ADFC-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis

Nach der Spurensicherung durch die Polizei haben wir die Gedenkstätte umgehend wiederhergerichtet:

Wiederhergerichtete Gedenkstätte für Andreas
Fotos: ADFC Pforzheim-Enzkreis/Critical Mass Pforzheim

Hierzu hat Tino Müller, ein enger Freund von Andreas Mandalka aus Neuhausen, den folgenden Offenen Brief verfasst: Offener-Brief-zum-Tode-eines-Fahrradfahrers

In Trauer nehmen wir Abschied von unserem lieben Wegbegleiter, den alle unter dem Namen Natenom kannten. Er wurde gestern auf der Strecke von Neuhausen nach Schellbronn totgefahren.

Natenom hat sich seit Jahren für die Sache der Radler*innen stark gemacht. Er war auf seiner Heimstrecke von Pforzheim nach Hohenwart vielen Anfeindungen durch Autofahrer ausgesetzt, die ihn anpöbelten, zu knapp überholten und bedrohten, weil er sie mit seinem Rad an der schnellen Weiterfahrt behinderte. Seine Anzeigen wurden durch Polizei und Staatsanwaltschaft eher stiefmütterlich bearbeitet.

Gestern Abend dann, es war schon dunkel, fuhr er auf der Strecke von Neuhausen nach Schellbronn. Den daneben befindlichen Waldweg nutzte er absichtlich nicht.
Laut seinem Blog ist dieser kein Radweg und dessen Strassenbelag wird durch die Gemeinde wesentlich schlechter gepflegt als die daneben befindliche Straße. Natenom hat sich in solchen Dingen klar an der Rechtslage und seinen Rechten als Radfahrer orientiert.

Auskunftsgemäß trug sich der Unfallhergang wie folgt zu*): Hinter ihm kam ein 77 Jahre alter Mann im PKW, hinter diesem wiederum andere Fahrzeuge. Es nieselte. Die Strasse war dunkelnass. Ein Auto kam entgegen, blendete den Fahrer. Der Fahrer zog nach rechts und sah Natenom, der auf Landstrassen eigentlich nie ohne Warnweste unterwegs war, erst zehn Meter bevor er ihn überfuhr.
Natenom flog über das Auto und starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.

Wir trauern um ihn und vermissen ihn.

Seinen Angehörigen gilt unser aufrichtiges Beileid.

Dem Verursacher dieses tragischen Unfalls gilt unser Mitgefühl.

Die Aktiven des ADFC-Pforzheim Enzkreis und das Orga-Team der Critical Mass

*) Die Ermittlungen  sind noch nicht abgeschlossen. Dieser Nachruf wurde bezüglich der unsicheren Quellenangabe am 2.2.2024 aktualisiert.