Der ADFC Pforzheim-Enzkreis lädt mit dem neuen Programmheft „Fahrradjahr 2026“ auch dieses Jahr zu tollen Radtouren und Ausflügen ein.
Am besten gleich ansehen und Termine vormerken. Vielleicht sehen wir uns auch bei einem der Radtourangebote?
Der ADFC Pforzheim-Enzkreis lädt mit dem neuen Programmheft „Fahrradjahr 2026“ auch dieses Jahr zu tollen Radtouren und Ausflügen ein.
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Im Jahr 2024 verloren in Deutschland 441 Menschen ihr Leben, weil die Verkehrsinfrastruktur Radfahrende nicht ausreichend schützt. Einer davon war unser Freund und Mitstreiter Andreas Mandalka alias Natenom, der am 30.01.2024 bei einem Unfall von einem Autofahrer getötet wurde.
Für Andreas und alle anderen Menschen, die als Radfahrende im Verkehr getötet oder schwer verletzt worden sind, haben wir als Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim zusammen mit dem ADFC Pforzheim-Enzkreis mit Unterstützung des ADFC Frankfurt am Main, von Zweirat Stuttgart und einem deutschlandweiten Aktionsbündnis am Samstag, 31.01.2026, in Pforzheim eine zentrale Gedenkfahrt durchgeführt. Allen Unterstützenden, Mitwirkenden und Mitradelnden vielen Dank für euren Beitrag!
Mit klaren und bewegenden Redebeiträgen, einem „bike down“ auf der Pforzheimer Einkaufsmeile Leopoldplatz und der gemeinsamen Fahrt zu Andreas‘ Ghostbike an der Unfallstelle auf der L574 zwischen Neuhausen und Schellbronn haben wir mit rund 200 Teilnehmenden ein deutliches Zeichen gegenüber Politik und Gesellschaft gesetzt und gemeinsam die Vision Zero als Grundlage jeder Verkehrsplanung eingefordert.
Hier ein Videorückblick mit Eindrücken von der Auftaktkundgebung vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim, dem „bike down“, der gemeinsamen Fahrt zur Unfallstelle und Interviews mit Versammlungsleiter Siegfried Schüle (ADFC Pforzheim-Enzkreis), Susanne Garreis (stellvertretende Landesvorsitzende ADFC Baden-Württemberg), Daniela Duffner (Critical Mass Pforzheim) und Ulrike Medger (Bundestagspetition: „Öffentliches Interesse gegen Autogewalt“):
Ausschnitte aus den Redebeiträgen der Auftaktkundgebung:
Viele der getöteten Radfahrer sind komplett ohne Schuld, waren nur im falschen Moment am falschen Ort. […] Es ist die Infrastruktur […], die uns nicht genug hilft, diese Unfälle zu vermeiden.
Susanne Garreis (stellvertretende Landesvorsitzende ADFC Baden-Württemberg) – klicke hier für den Videomitschnitt von Susannes Redebeitrag
Jetzt ist wieder ein Jahr vergangen, das die Behörden nicht genutzt haben, um sichere Überholabstände zu gewährleisten. Das kann man einfach nur mit fehlendem Willen erklären.
Ulrike Medger (alias Agathe Bauer alias @azetbur, Bundestagspetition: „Öffentliches Interesse gegen Autogewalt“) – klicke hier für den Videomitschnitt von Ulrikes Redebeitrag
Je höher die Überschreitung einer Geschwindigkeitsbegrenzung, desto höher der Anteil an Männern. Je schlimmer der Unfall, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Mann ihn verursacht hat.
Marthe Soncourt (Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim, ADFC Pforzheim-Enzkreis) – klicke hier für den Videomitschnitt von Marthes Redebeitrag
So wie gerade in der Schweiz das Thema Brandschutz diskutiert wird, angesichts von 40 Toten in Crans Montana und 100 Schwerverletzten, genauso erwarte ich von unserer Bundesregierung, von unserer Landesregierung und von unseren Kommunen, dass die 40 Toten im Straßenverkehr, die jede Woche zu beklagen sind, genauso intensiv jede Woche diskutiert werden.
Versammlungsleiter Siegfried Schüle (Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim, ADFC Pforzheim-Enzkreis) – klicke hier für den Videomitschnitt von Siggis Redebeitrag
Hier der Mitschnitt der gesamten Auftaktkundgebung mit allen Redebeiträgen:
Parallel zur zentralen Gedenkveranstaltung in Pforzheim gab es flankierende Aktionen und Gedenkfahrten in Berlin, Dresden Hamburg, Hannover, Kiel und München. Allen Veranstaltenden und Teilnehmenden vielen Dank für eure Unterstützung!
Medienecho (Auswahl):
Im Jahr 2024 verloren in Deutschland 441 Menschen ihr Leben*, weil die Verkehrsinfrastruktur Radfahrende nicht ausreichend schützt. Diese Zahl steht für 441 Familien, 441 Leben, 441 Schicksale. 441 Radfahrende wurden 2024 getötet. Einer von ihnen war unser Freund Andreas Mandalka, auch bekannt als Natenom.
441 ist die in Deutschland gesellschaftlich akzeptierte Zahl an Menschen, die sterben müssen, weil wir keine sichere Rad-Infrastruktur haben.
Wir – das Aktionsbündnis zur Natenom-Gedenkfahrt – akzeptieren diesen Zustand nicht. Wir können nicht hinnehmen, dass Familien auseinandergerissen werden, dass Kinder ihre Eltern oder Eltern ihre Kinder verlieren, nur weil sie Rad fahren wollten.
Deswegen werden wir auch 2026 wieder trotz Kälte und Frost in Pforzheim und vielen anderen Städten der Republik demonstrieren. Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am Samstag, 31.01.2026 um 11:00 vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim statt.
Treffpunkt:
Samstag, 31.01.2026, 11.00 Uhr
vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim
Lindenstraße 3, 75175 Pforzheim (Nähe Hauptbahnhof Pforzheim)
Wir werden dort laut und massiv klarmachen:
Unsere Infrastruktur muss sicher werden. Radfahren muss alltäglich sicher möglich sein. Kinder müssen jederzeit sicher mit dem Rad zur Schule fahren können. Alltägliche Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit müssen sicher zurückgelegt werden können.
Aktionsbündnis Natenom-Gedenkfahrt
Andreas Mandalka teilte diesen Wunsch und diese Forderungen. Er dokumentierte Orte und Situationen, die für Radfahrende gefährlich sind. Er nutzte das Fahrrad als tägliches Fortbewegungsmittel und ließ sich weder durch Wind und Wetter noch durch die mangelhafte Infrastruktur davon abhalten. Am 31.01.2024 wurde er auf der L574 zwischen Neuhausen und Schellbronn getötet.
Genau dorthin fahren wir auch dieses Jahr wieder:
Wir wollen vor Ort gedenken, aber auch deutlich hörbar klarmachen, dass sich an der unsicheren Infrastruktur auf Andreas Pendelstrecke zwischen Pforzheim und seinem Wohnort immer noch nichts getan hat – genau so wie an vielen anderen Stellen in unserem Land. Während Autobahnen, Tunnels und Bundesstraßen mit Milliardenbeträgen gebaut, saniert und erweitert werden, stehen für die Radinfrastuktur nur marginale Mittel bereit. Der Ausbau einer fehlerverzeihenden Infrastruktur muss Priorität bekommen.
Die Vision Zero ist ein politisches Ziel: null Verkehrstote auf unseren Straßen. 441 tote Radfahrende im Jahr 2024 zeigen, wie weit wir davon entfernt sind. Die Vision Zero muss Grundlage jeder Verkehrspolitik sein – nicht nur ein Lippenbekenntnis.
Seid dabei, fahrt bei den parallelen Gedenkfahrten in Berlin, Hamburg, Hannover oder München mit oder kommt mit der Bahn oder einem der Zubringer zur zentralen Gedenkveranstaltung nach Pforzheim:
Zusammen setzen wir ein klares Signal für die Sicherheit aller Radfahrenden. Gemeinsam mit euch wollen wir mit mindestens 441 Teilnehmenden einen „Bike-Down“ auf dem Pforzheimer Leopoldplatz machen. Damit wollen wir Medien und Politik zeigen, dass sie nicht über abstrakte Zahlen berichten und entscheiden, sondern über Menschen.
Hinweise für Teilnehmende von außerhalb:
Übersicht Unterstützungsaktionen:
Vielen Dank!
Vielen Dank an alle Teilnehmenden und an alle unterschiedlich helfend Mitwirkenden, die unsere gemeinsame Gedenkveranstaltung ermöglichen – insbesondere an die Aktiven von Zweirat Stuttgart für die Datenarbeit und Zusammenstellung der für alle nutzbaren Karten.
* Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_N020_461.html
Diesen Monat haben wir einen doppelten Grund, auf die Straße zu gehen:
Wir feiern zwei wichtige Erfolge und machen gleichzeitig unmissverständlich klar, dass dies nur der Anfang sein darf.
Doch genau diese tollen, aber isolierten Projekte führen uns die bestehenden Defizite im Rest der Stadt vor Augen:
Es reicht nicht, kleine oder symbolische Schritte zu machen:
Der Ausbau im Sonnenhof darf nicht die Ausnahme, sondern muss der Anfang einer systematischen Verbesserung sein.
Deshalb vereinen wir mit der Critical Mass am Freitag, den 28. November, Feier und Forderung:
Wir laden alle ein, bereits um 17:00 Uhr gemeinsam mit dem ADFC an die Benckiserbrücke zu kommen, um die erreichten Meilensteine gebührend zu würdigen. Anschließend treffen wir uns, wie gewohnt, ab 18:30 Uhr auf dem Waisenhausplatz zur eigentlichen Critical Mass. Offizieller Start, wie immer, um 19.00 Uhr.
Unsere angemeldete Route führt zur Feier des Tages über die Benckiserbrücke und die wichtige Pendelverbindung in den Sonnenhof (Carl-Schurz-Straße), um das dortige Positivbeispiel sichtbar zu machen. Unser Appell an Stadtverwaltung und Gemeinderat ist klar:
Wir fordern echte Prioritäten für den Radverkehr.
Dafür sind noch viel mehr Engagement und Investitionen in eine sichere Radverkehrsinfrastruktur nötig.
Nach der gemeinsamen Fahrt lassen wir den Abend auf dem Mittelaltermarkt entspannt ausklingen.
Hier findet ihr die Strecke unserer Tour:
Fahrt mit, bringt Freunde, Familie und Nachbarn mit und zeigt, dass Pforzheim eine konsequente Verkehrswende will.
Schaut bitte, dass euer Licht funktioniert und bringt gerne Speichenleuchten oder andere Leuchtdeko mit. Wir wollen gemeinsam bunt und sichtbar sein!
Bei Fragen erreicht ihr uns unter criticalmass-pf@posteo.de oder auf einem unserer Online-Kanäle.
Zum Vormerken:
Die nächste Critical Mass rollt spätestens am 30. Januar. Infos folgen.

Pforzheim macht gemeinsam mit dem Enzkreis vom 16. Mai bis 5. Juni auch dieses Jahr wieder bei STADTRADELN mit. Als Neuerung sucht die Stadt 2025 zum ersten Mal den STADTRADELN Star.
Auch wir sind bei STADTRADELN wieder mit dabei und gehen, wie im letzten Jahr, wieder mit einem gemeinsamen Team von ADFC und Critical Mass an den Start. Wir freuen uns auf eure Anmeldung unter diesem Link.
Was ist STADTRADELN?
STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob du bereits jeden Tag fährst oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs bist. Jeder Kilometer zählt – erst recht wenn du ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hättest.
Fortsetzung und ausführliche Beschreibung auf stadtradeln.de
Bei der Mitmachaktion (die Spielregeln könnt ihr hier nachlesen) geht es darum, aufzuzeigen, wie viele Menschen bereits mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Aus Pforzheimer Sicht deutlich wichtiger ist allerdings: Wir können mit der Teilnahme an STADTRADELN und der STADTRADELN-App für Verkehrsplanung und Politik dokumentieren, wo es in Pforzheim und Umgebung nach wie vor noch an der erforderlichen Radinfrastruktur fehlt. Radpendler*innen und vor allem unsere Kinder brauchen vernünftige Radwege, um schnell und sicher ans Ziel kommen!
Offizieller Auftakt
Der offizielle Startschuss fällt am 16. Mai um 16 Uhr beim Rathaus in Mönsheim mit einer gemeinsamen Radtour zur Pestalozzischule Pforzheim. (Wir sind gespannt und hoffen, dass die Veranstaltenden von Stadt und Kreis die gemeinsam befahrenen Kreuzungen dieses Mal etwas besser absichern als im letzten Jahr.)
Fahrradfahren ist für alle gut! Für die Luft in den Städten und Gemeinden, für das Klima, für die eigene Gesundheit.
Aber damit sich alle damit wohlfühlen, sich z. B. auch gemeinsam mit Kindern in den Straßenverkehr zu stürzen, müssen die Kommunen die Voraussetzungen schaffen. Die Sicherheit der Fahrradfahrer*innen hängt an der richtigen Verkehrsplanung. Und da gibt es noch viel zu tun!
Sängerin und Liedermacherin Dota Kehr (Quelle: STADTRADELN)

Wir veröffentlichen eine Stellungnahme unserer Freunde vom ADFC Pforzheim zu einem Vorfall auf der Westlichen. Der folgende Text ist am 25.03.2025 als offener Brief an die Stadt Pforzheim und die Presse verschickt worden.
Busfahrer schlägt Radfahrer – ADFC Pforzheim verurteilt Gewaltausbruch
Sehr geehrter Bürgermeister Büscher,
sehr geehrter Bürgermeister Volle,
sehr geehrte Damen und Herren,
der sogenannte Fahrrad-Schutzstreifen auf der Westlichen bewegt seit seiner Einrichtung die Gemüter. Während viele Autofahrende der Überzeugung sind, dass durch die gestrichelte Linie kein Überholabstand mehr eingehalten werden muss, fühlen sich Radfahrende oftmals von 2 Seiten gefährdet: plötzlich öffnende Türen parkender Autos rechts, knapp überholende Fahrzeuge links. Der vorgeschriebene Überholabstand von mindestens 1,50 m gilt jedoch auch hier – das bedeutet, dass für das Überholen die
Gegenfahrbahn benutzt werden muss.
Ein besonders negatives Beispiel ereignete sich Anfang Februar: Ein Radfahrer befuhr in flottem Tempo den Schutzstreifen in Richtung Brötzingen und wurde dabei von einem Busfahrer eines Linienbusses so eng überholt, dass er an der nächsten roten Ampel an die Tür des Busses klopfte um den Busfahrer auf die gefährliche
Situation hinzuweisen. In der Folge stieg der Busfahrer aus und schlug den Radfahrer ins Gesicht – so heftig, dass bei der späteren Anzeigeaufnahme durch die Polizei die Spuren noch sichtbar waren.
Es muss gefahrlos möglich sein, in unserer Stadt Rad zu fahren.
ADFC Pforzheim-Enzkreis
Der ADFC verurteilt diesen Gewaltausbruch. Es muss gefahrlos möglich sein, in unserer Stadt Rad zu fahren. Es muss gefahrlos möglich sein, im Gespräch auf Verkehrsverstöße hinzuweisen. Wir dürfen als Gesellschaft nicht akzeptieren, dass Regelverstöße zur Regel werden.
Wir dürfen als Gesellschaft nicht akzeptieren, dass Regelverstöße zur Regel werden.
ADFC Pforzheim-Enzkreis
Auf Höhe des besagten Schutzstreifens befinden sich gleich mehrere Schulwege. Hebel, THG, Osterfeld, Fritz-Erler, Brötzinger Schule – sie alle sind im Einzugsgebiet der Westlichen. Der ADFC fordert, dass hier auch im Sinne der Kinder für Sicherheit gesorgt wird und durch die zuständigen Behörden regelmäßige Kontrollen der
Überholabstände auf der Westlichen durchgeführt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Franziska Dorner, Martin Mäschke, Bastian Wetzke
(Vorstand ADFC Pforzheim-Enzkreis)
Pressereaktion:

Der ADFC Kreisverband Pforzheim-Enzkreis bedankte sich am 14. Februar morgens mit warmen Getränken und Butterbrezeln bei allen Alltagsradlerinnen und -radlern, dass sie ganzjährig mit dem Fahrrad pendeln. Insgesamt wurden am ADFC-Stand in der Emma-Jaeger-Straße auf Höhe des Inselstegs zwischen sieben und neun Uhr morgens 40 Radfahrende gezählt. Da man auch auf dem Rad zügig vorankommen will, hatten nicht alle Pendler:innen Zeit für ein Gespräch, nahmen jedoch gern die Butterbrezel für die Pause mit.
Mit der Beteiligung am Winter-Bike-to-Work-Day wirbt der ADFC für das ganzjährige Radpendeln. Studien belegen, dass Menschen, die ganzjährig mit dem Rad zur Arbeit fahren, nicht nur gesünder sind als ihre Kolleg:innen, die mit dem Auto fahren, sondern auch glücklicher. Denn die tägliche Bewegung baut Stresshormone ab und hilft, nach der Arbeit besser abzuschalten. Mehr noch: Der Autostau wird aktiv reduziert und dem Klima kommt es auch zu Gute.
Der jährliche Winter-Bike-to-Work-Day findet an jedem zweiten Freitag im Februar statt. Er entstand als Gemeinschaftsprojekt von Finnen und Kanadiern und hat einen spaßbetonten Wettbewerbscharakter. Auf der internationalen Homepage winterbiketoworkday.org kann man eintragen, zu welchem Zweck und in welcher Stadt man sich aufs Rad schwingt.
Damit noch mehr Menschen gern und ganzjährig das Fahrrad nutzen, fordert der ADFC in Pforzheim und im Enzkreis ein Netz an zusammenhängenden Radwegen. Diese sollen baulich vom Autoverkehr getrennt sein, damit gefährliche Überholmanöver vermieden werden und Radfahrende unabhängig von Alter und Fahrerfahrung sicher und bequem vorankommen.


Vor einem Jahr, am 30.01.2024, wurde unser Freund und Mitstreiter Andreas Mandalka alias Natenom bei einem Unfall von einem Autofahrer getötet. Für Andreas und alle anderen Menschen, die als Radfahrende oder Zufußgehende im Verkehr getötet oder schwer verletzt worden sind, haben wir als Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim zusammen mit dem ADFC Pforzheim-Enzkreis mit Unterstützung des ADFC Frankfurt am Main und weiteren Partnern aus ganz Deutschland am Sonntag, 02.02.2025, eine zentrale Gedenkversammlung durchgeführt.
Unterstützt durch Zubringertouren und parallele Aktionen in anderen Städten haben wir bei der angemeldeten Kundgebung vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim und der anschließenden Gedenkfahrt zur Unfallstelle mit rund 400 Teilnehmenden ein starkes gemeinsames Zeichen für die überfällige Umsetzung der Vision Zero im Straßenverkehr gesetzt. Allen Unterstützenden, Mitwirkenden und Mitradelnden vielen Dank für euren Beitrag!
Ausschnitte aus den eindringlichen und wichtigen Beiträgen unserer tollen, teilweise von weit angereisten Redner:innen:
Natenom war nicht nur ein Fahrradfahrer. Er brachte Menschen zusammen, er war ein Verbinder, kein Trenner.
Nora Bendig, Natenom e.V. – hier zum Anklicken: Noras ganze Rede zum Nachlesen und Anhören
Wer wirklich wirksam die Sicherheit in diesem Land schützen will, wer wirklich will, dass Menschen wieder gefahrlos auf die Straße können, muss sich konsequent um die Gefährder:innen im Straßenverkehr kümmern.
Siggi, Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim und ADFC Pforzheim-Enzkreis – hier zum Anklicken: Siggis ganze Rede zum Nachlesen und Anhören
Ich habe es satt, jeden Tag aufs Neue gefährdet zu werden. Ich habe es satt, dass man sich abhängig von Wetter, Rad oder Laune der Autofahrenden Routen suchen muss, um die „No ride areas“ und motorisierte Gewalt zu umfahren.
Fahrradaktivistin Ulrike Medger (alias Agathe Bauer alias @azetbur) – hier zum Anklicken: Ulrikes ganze Rede zum Nachlesen und Anhören
Wir Radfahrende sind Menschen. […] Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel unserer Wahl und wir wollen sicher von A nach B kommen – nichts mehr und nichts weniger.
Mirjam Brinkmann, ADFC Baden-Württemberg – hier zum Anklicken: Mirjams ganze Rede zum Nachlesen und Anhören
Wir brauchen endlich ein Mobilitätssystem, das unabhängig von Führerschein und Auto Mobilitätsbedürfnisse befriedigt und das Grundrecht auf Teilhabe ermöglicht.
Petra Schulz, Landesvorstand VCD Baden-Württemberg – hier zum Anklicken: Petras ganze Rede zum Nachlesen und Anhören
Die Gedenkfahrt:
Berichterstattung in den Medien (Auswahl):

Redebeitrag von Siggi für Radverkehrsinitiative Critical Mass Pforzheim und ADFC Pforzheim-Enzkreis bei der Gedenkversammlung für Andreas Mandalka alias Natenom am 02.02.2025 in Pforzheim:
Hallo, ich bin der Siggi und darf heute für die Critical Mass Pforzheim und den ADFC Pforzheim-Enzkreis sprechen. Was mich qualifiziert: Ich hab einen Follower auf Twitter namens Natenom.
Triggerwarnung: In den nächsten 5 Minuten geht’s um Gewalt, Tod, Kinder.
Am 30. Januar 2024 brach eine Welt zusammen für die Mutter von Andreas Mandalka, Natenom. Ihr geliebter Sohn wurde an diesem Tag getötet. Um 19:20 auf der Landstraße zwischen Neuhausen und Schellbronn. Keine Mutter, kein Vater, sollte um das eigene Kind weinen müssen. Kein Kind, kein Mensch darf gewaltsam ums Leben kommen. Unser Mitgefühl gilt allen Eltern und Angehörigen, die so etwas erleben mussten. Für den Autofahrer, der Andreas getötet hat und der dafür die volle Verantwortung trägt, wurde von dieser Staatsanwaltschaft hier ein Strafbefehl erlassen.
Am 29. Januar 2025, diesen Mittwoch, brach in Deutschland eine Welt zusammen. Die Ereignisse an diesem Mittwoch sind unfassbar und es wird lange dauern, sie zu verarbeiten, denn an diesem Mittwoch wurde in Hemer ein 10-jähriges Mädchen getötet von dem Fahrer eines Kleinbusses, der sich weder an den Fußgänger-Vorrang beim Abbiegen hielt noch sonst irgendwie Rücksicht nahm. In Pfungstadt wurde auch an diesem Mittwoch ein 6-jähriger Junge beim Spielen in einem verkehrsberuhigten Bereich getötet. Von einem Mann, mit dessen Pkw. Für die Eltern und alle Angehörigen ist an diesem Mittwoch die Welt zusammengebrochen.
Die öffentliche Sicherheit in Deutschland ist gefährdet. Jeden Tag werden 8 Menschen im Straßenverkehr getötet, jedes Jahr weit über 100.000 verletzt. Viele davon waren unterwegs auf dem Rad so wie wir, zu Fuß wie die 10-jährige oder auf dem Roller wie der 6-jährige. Wer wirklich wirksam die Sicherheit in diesem Land schützen will, wer wirklich will, dass Menschen wieder gefahrlos auf die Straße können, muss sich konsequent um die Gefährder:innen im Straßenverkehr kümmern.
Ich würde euch gerne einige Vorschläge machen, wie das gehen kann. Aber weil das dann niemand außer uns wahrnimmt, muss ich das bisschen populistischer machen und jeden Vorschlag einleiten mit „Wir fordern“. Falls ihr diesem 5-Punkte-Plan für mehr Sicherheit nicht zustimmt, müsst ihr nichts machen. Falls ihr einverstanden seid, dürft ihr das gerne kundtun.
Und von den Medien fordern wir nur eins: Hört endlich auf mit dieser verharmlosenden Berichterstattung. Menschen werden nicht von einem Auto touchiert, erfasst, gestreift, erwischt. Sie kollidieren auch nicht mit Autos. Nein, Menschen werden gerammt, zu Boden gestoßen, überfahren – von anderen Menschen, die dabei ein Auto steuern. Verharmlosende Sprache ist in diesem Land seit über 80 Jahren Kulturgut. Hört auf damit.
Diese Forderungen, davon bin ich überzeugt, sind nicht vollständig im Sinne von Andreas Mandalka, von Natenom – denn er hätte sie noch viel schärfer und pointierter formuliert. An ihn wollen wir jetzt und heute gedenken. Ich schlage vor, dass wir 10 Sekunden gemeinsam schweigen und dabei die Augen schließen. 10 Sekunden fährt man bei 90km/h schnurgerade auf der Landstraße zwischen Neuhausen und Schellbronn von der letzten Kurve bis zur Unfallstelle. So lange wurde Andreas gemäß der Staatsanwaltschaft
– trotz ausreichender Beleuchtung
– bei guten Sichtverhältnissen
– auf seinem Fahrrad
– Zitat: „gänzlich übersehen“. 10 lange Sekunden.
Ein Mensch musste deswegen sterben. Ein anderer darf 2 Monate nicht Autofahren, so will es die Staatsanwaltschaft Pforzheim.
Bitte schließt jetzt die Augen.
1 … 10
Danke



Redebeitrag von Mirjam Brinkmann, Referentin Mobilität & Verkehr beim ADFC Baden-Württemberg, bei der Gedenkversammlung für Andreas Mandalka alias Natenom am 02.02.2025 in Pforzheim:
Liebe Radfahrende, liebe Demonstrierende, liebe Vertreter:innen aus der Stadt Pforzheim und der umliegenden Landkreise, der Polizei und alle weiteren Personen, die mehr Sicherheit fürs Rad wollen,
mein Name ist Mirjam Brinkmann, ich bin Referentin Mobilität und Verkehr beim ADFC Baden-Württemberg. Ich darf heute hier für den ADFC Baden-Württemberg sprechen und möchte zu allererst im Namen des Landesvorstands und der Landesgeschäftsstelle unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme mit den Trauernden ausdrücken, insbesondere mit der Familie und den engen Freund:innen von Andreas Mandalka. Andreas war Mitglied im ADFC, er hat sich stets mit großem Einsatz für die Belange von Radfahrenden stark gemacht. Jedes Jahr sterben in Baden-Württemberg weit über 50 Radfahrende. Nur selten haben sie für uns ein Gesicht und einen Namen wie bei Andreas. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust, der uns mahnt, weiter für sichere Bedingungen im Straßenverkehr zu kämpfen.
Die alltägliche Realität von Radfahrenden ist oft erschreckend: Wir werden zu eng überholt, angehupt, beleidigt, bespuckt. Radfahrende sind oft allen möglichen Anfeindungen ausgesetzt. Solche Erlebnisse sind nicht nur belastend, sondern schrecken viele Menschen ab, das Rad im Alltag zu nutzen. Doch wir wissen: Nur wer sich wirklich sicher fühlt, steigt auch aufs Rad. Sichere, vom motorisierten Verkehr getrennte Radwege sind die Grundlage dafür, dass Menschen das Fahrrad als Verkehrsmittel wählen. Um diese Infrastruktur flächendeckend zu schaffen, braucht es langfristig gesicherte finanzielle Mittel von Bund und Land. Doch infrastrukturelle Verbesserungen allein reichen nicht aus. Vielmehr braucht es auch ein gutes Verkehrsklima, geprägt von Respekt, Akzeptanz und gegenseitiger Rücksichtnahme. Dort wo der Straßenraum keine räumliche Trennung zulässt, muss Radfahren im Mischverkehr genauso sicher werden wie auf separaten Wegen. Das gilt natürlich auch dort, wo die erforderliche Trennung noch nicht umgesetzt ist wie an vielen Landstraßen. Dazu braucht es eine RADvolution im Miteinander im Straßenverkehr. Hier sind Politik und Verwaltung gefordert, ein klares Zeichen gegen Gewalt, Gefährdung, Rücksichts- und Respektlosigkeit im Verkehr zu setzen. Radverkehr muss überall als selbstverständlich und schützenswert respektiert werden. Ein sicheres Verkehrsklima bedeutet unter anderem,
Gefährliche Situationen, auch wenn sie glimpflich ausgehen, hinterlassen Spuren – und sie führen dazu, dass viele das Fahrrad meiden und dass Radfahren per se als gefährlich wahrgenommen wird.
Wir Radfahrende sind Menschen. Alles was wir wollen – alles was auch Andreas wollte – ist, sicher zur Arbeit zu kommen, abends sicher zu unseren Familien oder Partner:innen nach Hause zu kommen, sicher zur Schule, zum Kindergarten, zum Sport, zum Supermarkt, zur Party, zur Ärztin, zur Apotheke, zum Optiker zu kommen. Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel unserer Wahl und wir wollen sicher von A nach B kommen – nichts mehr und nichts weniger.
Andreas fehlt uns als engagierter Mitstreiter und als Mensch. Sein Einsatz für sichere Radwege und ein respektvolles Miteinander bleibt unser Auftrag. Wir fordern weiterhin maximalen Mitteleinsatz und personelle Ressourcen für den Ausbau eigenständiger Radinfrastruktur und eine stärkere Unterstützung aller Akteur:innen, damit Radfahren in Baden-Württemberg selbstverständlich und sicher wird.
Lieber Andreas, dein Einsatz bleibt unser Ansporn, den Weg zur Vision Zero entschlossen weiterzugehen. Wir stehen weiter an deiner Seite, damit du in Frieden ruhen kannst.

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