Als Orientierungshilfe für eventuell noch unentschlossene Wähler*innen haben wir gemeinsam mit ADFC Pforzheim-Enzkreis, Greenpeace Pforzheim und VCD Kreisverband Pforzheim/Enzkreis die Landtagskandidat*innen der Wahlkreise Pforzheim und Enzkreis zu einer Interviewreihe zum Thema nachhaltige Mobilität eingeladen.

Wir freuen uns, dass zehn von 13 antretenden Listen und Parteien der Einladung gefolgt sind. Die Resonanz auf unser Interviewprojekt ist für uns ein Beleg, dass die Bedeutung von nachhaltiger Mobilität von der Mehrheit der Listen und Parteien erkannt worden ist, und lässt darauf hoffen, dass wir nach der Landtagswahl mit einer nachhaltiger ausgerichteten Verkehrspolitik des Landes rechnen können.

Zur Teilnahme eingeladen waren alle für die Wahl zugelassenen Kandidat*innen der Wahlkreise Pforzheim und Enz. Listen und Parteien, die in beiden Wahlkreisen antreten, haben listen- bzw. parteiintern entscheiden können, ob das Interview von beiden Wahlkreiskandidat*innen gemeinsam oder von einer/einem Kandidierenden stellvertretend für beide Wahlkreise wahrgenommen wird.

Die Interviews sind mit allen teilnehmenden Kandidierenden auf gleiche Weise durchgeführt und am 16. und 17. Februar auf dem Pforzheimer Waisenhausplatz aufgenommen worden. Die Kandidat*innen haben jeweils die folgenden zwei Fragen gestellt bekommen:

  1. Wie würden Sie sich im Landtag für eine zeitgemäße und nachhaltige Mobilität einsetzen?
  2. Nennen Sie zwei konkrete Maßnahmen, die Sie in den nächsten fünf Jahren zu mehr Verkehrssicherheit und besserer Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr umsetzen wollen.

Im Folgenden zeigen wir, alphabetisch nach Nachname, wie sich die Landtagskandidat*innen zu unseren Fragen positioniert haben:

Interview mit Fabian Aisenbrey (Klimaliste Baden-Württemberg – Wahlkreis Enz)
Interview mit Matthias Dietrich (Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) – Wahlkreis Pforzheim)
Interview mit Philipp Dörflinger (Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) – Wahlkreis Pforzheim)
Interview mit Bernd Gögel, MdL (AfD – die Alternative für Deutschland – Wahlkreis Enz)
Interview mit Felix Herkens (Bündnis 90/Die Grünen – Wahlkreis Pforzheim)
Doppelinterview mit Michael Hofsäss/Annkathrin Wulff (Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – Wahlkreis Enz/Pforzheim)
Interview mit Hüseyin Okur (Die Linke – Wahlkreis Pforzheim)
Interview mit Prof. Dr. Erik Schweickert, MdL (Freie Demokratische Partei (FDP) – Wahlkreis Enz)
Interview mit Dr. Rainer Simon (Bündnis C – Christen für Deutschland – Wahlkreis Enz)
Interview mit Markus Wiedermann (Volt Deutschland – Wahlkreise Pforzheim und Enz)

Wir danken allen teilnehmenden Kandidat*innen für ihre Interviewbereitschaft. Wir wünschen ihnen einen fairen, an Sachthemen und dem Wohl von uns Bürger*innen orientierten Wahlkampf und hoffen auf ihr tatkräftiges Engagement für nachhaltige Mobilität.

Für Filmaufnahmen, technische Umsetzung und professionelle Unterstützung bedanken für uns bei Paul Hoffer von Indigo Pictures.

sharepic „Fahrt Rad. Geht wählen. Bleibt gesund.“ – gerne teilen!

Die Interviewreihe ist ohne Zuschüsse von Dritten alleine von den genannten Projektpartnern realisiert worden. Wenn euch das Projekt gefällt und ihr euch an den Produktionskosten beteiligen wollt, freuen wir uns über eine kleine finanzielle Spende an VCD (IBAN: DE03 6665 0085 0000 8701 37).

Wir können pandemie-bedingt momentan zwar leider nicht gemeinsam durch Pforzheim fahren, dafür radelt die Critical Mass Pforzheim nun schon in Afrika (über den Bildschirm). 🙂

Scherz beiseite, gemeinsam mit der Solidarregion Pforzheim-Enzkreis sind wir seit kurzem in einem städtischen Imagevideo zum Auftakt der Klimapartnerschaft von Pforzheim mit Mtwara im Osten Tansanias zu sehen. Wir haben gerne die Gelegenheit genutzt, den politischen Entscheidungsträger*innen in Mtwara und Pforzheim die Ziele unserer Radverkehrsinitiative vorzustellen – und sind gespannt, was die Klimapartnerschaft konkret zu Wege bringen wird.

Videobeitrag | Klimapartnerschaft Pforzheim-Mtwara. Copyright: Stadt Pforzheim

30. Oktober 2020 – mit Polizeischutz auf Tour ins Kommunale Kino

Im Oktober hat uns die Polizei mit Blaulicht durch die Innenstadt begleitet und dabei 34 mit Masken geschützte Radler*innen gezählt. Nach der Critical Mass-Fahrt stand im Kommunalen Kino die Fortsetzung unserer gemeinsamen Filmreihe DIALOG (RAD-)VERKEHR mit dem Fahrrad-Roadmovie „HIN UND WEG“ auf dem Programm.

25. September 2020 – Normalität im Regen

Nach einer Vielzahl von Fahrrad-Events (Parking Day, Kidical Mass und Fancy Women Bike Ride) am Wochenende zuvor haben es sich 44 Alltagsradler am 25. September trotz gleichmäßigem Regen und kühlen Temperaturen nicht nehmen lassen, gemeinsam die Critical Mass zu fahren. Die Tour ging kreuz und quer durch die Innenstadt. Vier Autofahrer hatten es mal wieder eilig und mussten dringend den langen Tross überholen. Die warme Suppe, die es bei gemütlichem Beisammensein danach im Cafe Roland gab, soll sehr gut gewesen sein.

28. August 2020 – Ausklang im Sommerkino

In der Urlaubszeit und nach dem kurz davor noch sehr regnerischen Wetter waren es etwa 40 aufrechte Radler, die in großer Kolonne klingelnd durch Pforzheim fuhren und auf die Belange des Radverkehrs aufmerksam machten. Einer hatte Musik dabei und es bot sich wieder Gelegenheit für viele interessante Gespräche. Am Ende unserer ca. 45minütigen Fahrt durch die Pforzheimer Innenstadt luden wir zusammen mit dem Kommunalen Kino zur Fortsetzung unserer gemeinsamen Filmreihe DIALOG (RAD-)VERKEHR in den sehr gut besetzten Innenhof des Kulturhaus Osterfeld ein.

Weltumradler Dennis Kailing vor der Open Air Bühne des Kulturhaus Osterfeld – Foto: ritschratsch-klick.de

Unserem mitradelnden Programmbeirat Winfried Thein war es gelungen, die beeindruckende Doku „BESSER WELT ALS NIE“ gemeinsam mit dem Regisseur und Protagonisten Dennis Kailing nach Pforzheim zu holen. Der sympathische Weltumradler zeigte unterhaltsam auf, worauf es ankommt, wenn man zweieinhalb Jahre um die Welt radelt, und wie man filmisch dokumentieren kann, wenn einem die türkische Polizei erklärt, dass man auf der Autobahn nicht radeln soll.

31. Juli 2020 – Poolnudelaktion

Am 31. Juli 2020 kamen etwa 70 Radler zur Critical Mass mit Poolnudeln. Unter dem Aktionsmotto „Abstand halten“ wiesen die Poolnudeln auf den Mindestabstand von 1,50 Metern laut der aktuellen Novelle der Straßenverkehrsordnung hin. Die Aktion war ein voller Erfolg, Pforzheimer Zeitung und Pforzheimer Kurier berichteten jeweils mit Bild. Zum Ausklang gab es kühle Getränke beim Bootspick. Leider war das Wasser dort so wenig einladend, dass die in der sommerlichen Schwüle herbeigesehnte Wasserschlacht ausfallen musste.

Menschen auf dem Fahrrad bei einer Demonstration

Bis auf Weiteres keine Critical Mass-Fahrten!
Angesichts der hohen Infektionszahlen der zweiten Pandemiewelle haben wir beschlossen, bis auf Weiteres mit den Critical Mass-Fahrten auszusetzen.

Anschließend heißt es wieder:
Um 19 Uhr an jedem letzten Freitag im Monat treffen wir uns zur Critical Mass am Waisenhausplatz in Pforzheim. – Critical Mass? Eine Fahrrad-Spazierfahrt, die ohne Veranstalter und ohne festgelegte Route durch die Stadt führt. Nicht nur in Pforzheim, sondern in über einhundert Städten weltweit.

Informationen zu den vergangen Fahrten gibt es hier.

Bild oben: Medizinisches Foto erstellt von wirestock – de.freepik.com

Mit dem Fahrrad auf dem Popupradweg in Pforzheim

Aufgrund der Corona-Krise ist der Autoverkehr kurzzeitig massiv zurück gegangen und man kann in den Straßen einen signifikant erhöhten Radverkehr beobachten. Städte auf der ganzen Welt haben daher Popupradwege eingerichtet. Aktivisten der Critical Mass Pforzheim haben in einem Brief an die Stadtverwaltung temporäre Schutzzonen für Radfahrer und Fußgänger gefordert: zum einen auf dem Innenstadtring, weil dort zur Zeit wesentlich schwächerer Autoverkehr ist. Die Radfahrer sind durch knapp überholende Autofahrer trotzdem gefährdet. Zum anderen in den Straßen am Sedansplatz, denn dort wäre mehr Aufenthaltsqualität ein großer Gewinn. Zum Beispiel in der Dillsteiner Straße können die Cafés jetzt zwar wieder öffnen, aber deren Besucher an den Außentischen sitzen nach wie vor in einem Meter Abstand von den davor parkenden Autos. Wie leicht könnte man angesichts der schönen Geschäfte in dieser Straße das Flair einer Flaniermeile entstehen lassen, wenn die Dillsteiner Straße den Bürgern als Lebensraum statt als Parkraum zur Verfügung gestellt werden würde. Die lapidare Antwort der Stadt war, dass es zu kompliziert sei Popupradwege einzurichten.

Der VCD Kreisverband Pforzheim-Enzkreis hat dies zum Anlass genommen, im Rahmen einer Versammlung am 23. Mai 2020 für eine Stunde einen temporären Popupradweg auf der Luisenstraße entstehen zu lassen. Die Teilnehmer der Aktion fuhren mir ihren Fahrrädern im Regen den Rundkurs Museumstraße-Luisenstraße-Poststraße-Kiehnlestraße und hatten so viel Spaß, dass die Aktion an anderer Stelle wiederholt werden soll.

In etwas größerem Rahmen wurde dann am Sonntag, 7. Juni 2020, ein Popupradweg auf der Zerrennerstraße eingerichtet. Paul Hoffer hat darüber einen sehr schönen Film auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht.

Vielleicht erlebt Pforzheim bald einen autofreien Tag?

Für weitere Informationen zur Umsetzung von Popupradwegen in Berlin verweisen hier wir auf ein Video des Deutschen Instituts für Urbanistik.

Anlässlich eines erst kürzlich erfolgten Unfalls an der ungesicherten Kreuzung Enztalradweg / Deimlingstr., bei der ein Fahrradfahrer schwer verletzt wurde, führten wir am 28. Februar 2020 eine Kundgebung vor Ort durch. Wir forderten eine sichere Ausgestaltung der Radwegkreuzung. Berichtet wurde in der PZ, bei der Polizei und bei Natenom.