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Redebeitrag von Petra Schulz, Landesvorstand VCD Baden-Württemberg, bei der Gedenkversammlung für Andreas Mandalka alias Natenom am 02.02.2025 in Pforzheim:

Guten Morgen zusammen.
Wie viele von uns hat sich Andreas bei der Kidical Mass engagiert. Es ist einfach schön, wenn viele Kindern mit ihren kleinen Fahrrädern und Laufrädern auf den großen Straßen unterwegs sind – gut geschützt von der Polizei. Für mich ist das immer ein sehr außergewöhnlicher und hoffnungsfroher Moment, die Freude der Kinder zu sehen, wie sie eine kurze Zeit der Autonomie und Bewegung genießen. Denn altersgemäß selbstständige Mobilität für Kinder ist bei uns leider keine Selbstverständlichkeit. Sie fällt in unserem autogerechten Verkehrsraum weitgehend hinten runter.
Zugeparkte Kreuzungsecken, zugeparkte Fuß- und Radwege, Gefahrenstellen in Radverbindungen sind leider weit verbreitet in unseren Städten und Ortschaften. Viele Eltern bringen ihr Kind mit dem Auto zur Schule, weil Radfahren und zu Fuß gehen „ja nicht sicher ist “. Kein Wunder, bei viel zu viel Kfz-Verkehr.
Auch viele Erwachsene schließen für sich selbst – aus Angst und Sorge – das Radfahren aus. Ein wahrer Teufelskreis, denn genau, weil Menschen so viele Kurzstrecken mit dem Auto fahren, so viele Erst-, Zweit- und Drittautos im öffentlichen Raum abstellen, wird das Unterwegssein ohne Blechpanzer so stressig, abschreckend und unsicher.

Der zuständige Mitarbeiter einer städtischen Straßenverkehrsbehörde sagte mir neulich, er würde seine Kinder niemals mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen und er finde es unverantwortlich, wenn andere Eltern das tun.
Die gleiche Straßenverkehrsbehörde sieht bisher keine Möglichkeit, an einer Querungsstelle der Landstraße die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu beschränken und Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Auf dieser bekannten Raserstrecke wurde am 31. Juli 2024 ein sportlicher 32-jähriger auf seinem E-Bike beim Queren totgefahren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, an der Querungsstelle muss man sich auch als einigermaßen fitter Erwachsener sehr konzentrieren. Tagtäglich queren dort aber auch Eltern mit Kindern und auch viele ältere Menschen zu Fuß und mit dem Rad. Sie bleiben jetzt weiter der Gefahr durch Raser ausgesetzt.

Und hier schließt sich der Kreis wieder zum Todesfahrer von Andreas: Wir brauchen endlich ein Mobilitätssystem, das unabhängig von Führerschein und Auto Mobilitätsbedürfnisse befriedigt und das Grundrecht auf Teilhabe ermöglicht.
Warum beispielsweise kleben ältere Menschen so sehr am Autofahren, auch wenn ihr Gesundheitszustand hinterm Steuer bereits eine Gefahr für alle anderen bedeutet?
Weil sie in unserer autozentrierten Welt eben keine anderen Optionen der Mobilität haben. Weil gerade auf dem Land ihr selbstbestimmtes Leben – ihre Möglichkeiten auf Teilhabe – ohne Auto sehr eingeschränkt sind. Der Unfallhergang von Natenom deutet darauf hin: „kein Ausweichmanöver – ungebremst von hinten gerammt und gänzlich übersehen“ weist einmal wieder auf diesen systemischen Fehler hin. Genauso könnte es im Setting aber auch heißen: der Todesfahrer ist jung und lebt auf dem Land, da fährt der Bus nur sehr sporadisch und das Auto bringt die Leichtigkeit der Mobilität. Die Gesellschaft und auch Polizei und die Justiz signalisieren, dass „flott“ Autofahren erwünscht ist und bei Gefährdung von Menschen auf dem Rad weggeschaut wird.
Viele Jahrzehnte wurden systematisch enorme Privilegien fürs Autofahren eingerichtet und werden Gefährder im Verkehr weitgehend akzeptiert und toleriert.

Erst seit 2011 werden zumindest in unserem Landesverkehrsministerium viele Weichen in eine bessere Richtung gestellt. Mit der ÖPNV-Strategie 2030 soll das ÖPNV-Angebot von 2022 bis 2030 verdoppelt werden. Eine Mobilitätsgarantie, wie in der Schweiz, soll auch auf dem Land gute ÖPNV-Taktungen garantieren. Tragischerweise verweigern der Bund und der Koalitionspartner die Finanzierung. Damit drohen auch die erst eingeführten Regiobusse einer falschen Finanzideologie zum Opfer zu fallen.

In unseren Kommunen und Landkreisen gibt es zweifellos auch beim Fuß- und Radverkehr noch große Defizite. Viele neue Fuß- und Radverbindungen werden aber möglich durch LGVFG-Fördergelder. Bestimmt kennt ihr auch das Programm Movers, die Fußverkehrschecks, den Falschparkererlass und die Qualitätsstandards für das RadnetzBW.
Ganz neu ist der Erlass zur sofortigen Anwendung des neuen Straßenverkehrsrechts.
2018 ist das VM mit dem Ziel von 20 Radschnellverbindungen gestartet. Daran arbeitet in den Regierungspräsidien ein Stab von qualifizierten und hochmotivierten Menschen. Leider stecken die meisten Radschnellverbindungen immer noch im Planungsstadium fest. Die meisten Trassenverläufe werden von erbitterten GegnerInnen vor Ort bekämpft. In vielen Kommunen wird jeder Parkplatz und insgesamt die Vorherrschaft des Autos zäh verteidigt.

Dabei bringen gute Bedingungen nachweislich den Erfolg. Gute Radinfrastruktur und guten Schutz durch die Verkehrsüberwachung erkennt man eigentlich immer daran, dass auch Kinder, Hochbetagte und eher ungeübte Meschen mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Doch es geht um mehr, um den Beitrag des Sektors Verkehr zur Rettung unserer Lebensgrundlagen, um lebenswerte, schöne und leisere Städte und Ortschaften, um gute Luft und Teilhabe an Mobilität. Um Bezahlbarkeit des Mobilitätssystems und Gesundheit durch alltägliche Bewegung und deutlich weniger Unfallopfer im Straßenverkehr.

Die Universität Kassel hat ermittelt, dass der Kfz-Verkehr für die Kommunen mit Abstand die höchsten Kosten beim Verkehr verursacht, ÖPNV benötigt in der Regel 2/3 weniger Zuschüsse und der Fuß- und Radverkehr erhält die geringsten Zuschüsse und bringt den höchsten Nutzen.

Die gute Nachricht ist, überall in den Landkreisen und Kommunen arbeiten inzwischen auch viele gut ausgebildete und hochmotivierte Profis an diesem zukunftsfähigen Mobilitätssystem. Lasst uns mit ihnen zusammenarbeiten und sie unterstützen.

Ich bin Petra Schulz vom VCD-Landesverband Baden-Württemberg und ich freue mich, mit euch gemeinsam Natenoms Ziele – unsere Ziele – weiter zu verfolgen und gemeinsam ein besseres Mobilitätsystem zu fordern und mit zu organisieren. Mobilität für alle, für ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen.

Mitschnitt: Petra Schulz, Landesvorstand VCD Baden-Württemberg, spricht bei der Gedenkversammlung für Andreas Mandalka alias Natenom am 02.02.2025 in Pforzheim

Am 21. September treffen wir uns zur nächsten Kidical Mass! Wenn noch nicht geschehen, tragt euch den Termin bitte in eurem Familien- oder Enkelkalender ein und verteilt unseren Kidical Mass-Flyer an Freunde und Bekannte. Lasst uns die tolle Teilnehmerzahl vom Frühjahr nochmal steigern und im September gemeinsam die 400er-Marke knacken!

Treffpunkt:
Samstag, 21. September, ab 09.30 Uhr, auf dem Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)
11.00 Uhr Begrüßung und Start Kidical Mass

Dieses Mal fahren wir zum ersten Brötzinger Kinderfest, das mit jeder Menge Spielaktionen und Mitmachaktionen aufwartet! Auch für das leibliche Wohl wird natürlich gesorgt sein.

Zum ersten Mal werden wir den Fahrradpreis „Nice-Bike“ veranstalten: Kommt schon um 9:30 Uhr zum Waisenhausplatz und gestaltet coole Plakate und macht euer Rad zum Hingucker der Kidical Mass. Es gibt tolle Preise zu gewinnen!

Lasst uns in Pforzheim gemeinsam ein buntes und positives Zeichen für bessere und sichere Fahrradbedingungen vor allem auch für junge Menschen setzen. Wir laden alle ein, sich an unserer Aktion zu beteiligen und dafür klingelnd und mit Musik in die Pedale zu treten. Von kleinen Kindern im Fahrradanhänger, Kindern auf ihren eigenen Fahrrädern, Eltern bis hin zu den radbegeisterten Großeltern sind alle herzlich willkommen! 

Immer wieder erleben wir, dass die abstruse Vorstellung besteht, alle Landstrassen würden dem Autoverkehr „gehören“ und Radlerinnen sollten auf die holperigen Buckelpisten daneben ausweichen. Bis hin zu Mobbing. Endlich haben wir das Gegenmittel:

Es heisst zwar immer „Fahr doch auf dem Radweg“. Aber für Alltagsradler auf dem Weg zurück vom Einkauf macht es schon einen Unterschied, ob auf einer mit Wurzeln durchwirkten Hubbelpise die Milch sauer wird oder ob man auf gerader, glatter Asphaltstrecke in doppelter Geschwindigkeit sanft nach Haus gleiten kann. Nun hat eine unserer engagierten Mitradlerinnen den Forst BW angeschrieben wegen des schlecht asphaltierten Waldweges zwischen Huchenfeld und Hohenwart. Neben diesem wird aktuell die Strasse neu asphaltiert. Die frisch renovierte Landstrasse wird eine entsprechender Sogwirkung für Alltagsradlerinnen entfalten. Mit Gefahr für Leib und Leben, wenn dann von hinten bei schlechtem Wetter Rentner mit eingeschränkter Seh- und Reaktionsfähigkeit angebraust kommen.

Die Antwort des Forst BW wollen wir Euch nicht vorenthalten, denn sie differenziert die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „Radweg“ ganz wunderbar:

Sehr geehrte Frau …,

vielen Dank für Ihren Hinweis auf Zustand des Waldweges „Alte Huchenfelder Straße“ auf Flächen von ForstBW.

Hier handelt es sich um einen Weg, welcher der Waldbewirtschaftung dient. Dieser Weg wurde vor vielen Jahren auch als Radweg ausgewiesen und mit den grünen Waldwegeschildern gekennzeichnet. Es handelt sich nicht um einen für den öffentlichen Radverkehr gewidmeten Weg.

Die Festlegung des Radwegenetzes im Wald wird nicht von den Waldbesitzern vorgenommen, sondern idR durch die Kommunen oder Landkreise. Die von den unteren Forstbehörden auf Grundlage des Landeswaldgesetz genehmigten Beschilderung hat der Waldbesitzer zu dulden.

Trotz der Ausschilderung handelt es sich weiterhin um Wege zur Waldbewirtschaftung. Eine Verpflichtung für den Waldbesitzer, diese Wege in einen besonderen Standard zu bringen, gibt es nicht.

Im Falle des von Ihnen genannten Abschnitt ist aus forstfachlicher Sicht in einem sehr guten Zustand. Das Befahren des Weges mit dem Rad ist ebenfalls problemlos möglich. Jeder, der Waldwege mit dem Rad befährt, muss mit waldtypischen Gefahren (z.B. herabstürzende Äste oder umfallende Bäume wie auch mit einem waldtypischen Wegezustand (zB Schlaglöcher, verschlammte Wege) rechnen und entsprechend seine Fahrweise anpassen.

Für eine Neuasphaltierung ist ForstBW als Waldbesitzer nicht zuständig. Wir weisen zudem darauf hin, dass wir eine Asphaltierung von Wegen im Wald aus verschiedenen Gründen (u.a. wegen der Versiegelung) sehr kritisch sehen. Unser Ziel ist es, asphaltierte Waldwege zurückzubauen und zu entsiegeln.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Forst Baden-Württemberg (AöR)

Forstbezirk Nordschwarzwald

Oberriedter Straße 5, 75365 Calw

Mobilität ist eines der zentralen Themen in der Kommunalpolitik. Wir haben daher alle Pforzheimer Kommunalwahllisten gefragt:

Wie halten Sie’s mit dem Radverkehr?

Aktive der Critical Mass und des ADFC

Eigentlich waren wir angetreten, im Internet angesichts der Kommunalwahl einen Wahl O‘ Rad (Wahl O‘ Mat für Radverkehr – hier der aus Hessen) bereitzustellen. Bei der Kommunalwahlveranstaltung im Koki nach der Critical Mass am 26. April sollten die Teilnehmer Ja / Nein Fragen zu den Positionen der Radverkehrsaktiven bei ADFC und Critical Mass beantworten, welche dann in das Wahlentscheidungstool Eingang finden sollten. Die Webseite war am Start, die Ja / Nein Fragen wurden vorab verteilt – aber leider sind von allen siebzehn angefragten Listen nur gekommen:

Entschuldigt hatte sich

… und …

… schließlich war am selben Abend erstmals Wahlkampfplakatierung erlaubt.

Alle anderen haben uns ignoriert.

Wir hatten das Format der Veranstaltung wegen der ausschliesslich fahrradfreundlichen Präsenz kurzerhand umgestellt und die Teilnehmer zu ihren Standpunkten zur Radverkehrspolitik befragt. Genug Zeit für freie Rede für alle – so dass sich ein vielschichtiges Bild ergibt, welches wir hier nicht bewerten wollen. Am Besten analysiert Ihr das selber noch vor der Wahl, in dem ihr Euch die Filme (oben  verlinkt hinter dem jeweiligen Listennamen) anschaut. Wir finden jedenfalls, alle Teilnehmenden haben sich gut geschlagen, schliesslich kannten sie die Fragen – anders als bei der vorangehenden Veranstaltung zur Wahl im Kulturhaus Osterfeld – vorher nicht.

So war es ein interessanter Abend für alle, die sich für Kommunalpolitik interessieren.

Im Nachgang haben wir unsere Ja-/Nein- Fragebögen verschickt, haben aber nur Rückmeldungen von Bündnisgrünen, Grüner Liste, den Linken und Wir in Pforzheim erhalten. Bis auf Wir in Pforzheim teilen alle Listen unsere Positionen uneingeschränkt. Lediglich Wir in Pforzheim enthielt sich bei der Frage, ob der Radstreifen durch die Dooringzone in der Westlichen KF verbessert werden sollte. Die Sache mit den Spenden von der Automobilindustrie haben wir überprüft, zumindest seit 2020 sind Grüne und Linke da nicht nachvollziehbar gesponsort worden. Und jetzt …

Leute, geht wählen!

Der ADFC Pforzheim-Enzkreis lädt mit dem neuen Programmheft „Fahrradjahr 2024“ auch dieses Jahr zu tollen Radtouren ein. Der Programmführer bietet gleichzeitig einen tollen Überblick über alle bislang für und in der Fahrradstadt Pforzheim für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen:

Fr. 29.03.Critical Mass
So. 21.04. Kirschblüten-Tour von Bühl nach Oberkirch
Fr. 26.04.Critical Mass mit im Anschluss Film und Diskussionsveranstaltung zur Kommunalwahl im Kommunalen Kino
Sa. 27.04. Kidical Mass
So. 28.04.Bergauf und bergab mit dem E-Mountainbike
So. 26.05.Historische Tour nach Markgröningen
Fr. 29.05. Critical Mass
Sa. 08.06. – So. 09.06.Quellen-Tour
Sa. 08.06.Hofladentour zum Einkaufen
So. 09.06.Lebendiges Kunst-Handwerk in Diefenbach
Sa. 15.06.Heimat-Runde
So. 16.06.Bio-Bike-Tour zum Betzenbuckel
Fr. 28.06. – Do. 18.07.Stadtradeln Pforzheim Enzkreis
Fr. 28.06.Critical Mass
So. 30.06.Panoramastüble
Sa. 06.07.Grill-Tour nach Lienzingen
So. 07.07.Eppingen erleben
So. 14.07.Nagold-Plansch-Tour
So. 14.07.Zum Wassermuseum Maisenbacher Mühle
Sa. 20.07.Durchs Heckengäu zum Schönbuchturm
Fr. 26.07.Critical Mass
So. 28.07.Mit flottem Tritt nach Wissembourg
Sa. 03.08.Burg Trifels in der Pfalz
Fr. 30.08.Critical Mass
Sa. 31.08.Metter-Radweg
So. 08.09.Zu den Waiblinger Neidköpfen
So. 15.09.Fancy Women & Girls Bike Ride
Sa 21.09.Kidical Mass
So. 22.09.Fachwerkhäuser in Maulbronn und Vaihingen
Fr. 27.09.Critical Mass
Sa. 12.10.Fahrradparcours am Welt-Mädchentag
So. 20.10.Stäffele in Stuttgart
Fr. 25.10.Critical Mass
So. 17.11.Zum Frühstück zum Stromberghof
Fr. 29.11.Critical Mass
Fr. 27.12.Critical Mass

Am besten gleich ansehen und Termine vormerken. Vielleicht sehen wir uns auch bei einem der Radtourangebote?

Person wirft Wahlschein in Wahlurne mit Titel „Kommunalwahlen 2024“

Mit Blick auf die Kommunalwahlen im Juni laden wir euch am 26. April im Anschluss an die Critical Mass gemeinsam mit dem ADFC Pforzheim-Enzkreis und dem Kommunalen Kino zu einem Film- und Diskussionsabend mit Kandidierenden der Kommunalwahl 2024 über Verkehrswende, Radverkehrspolitik und die verkehrspolitischen Ziele in Pforzheim ein.

Von den in Pforzheim antretenden Listen haben wir dazu nach Bekanntgabe durch das Wahlamt je ein*e Vertreter*in zur Diskussion eingeladen. Der politische Abend wird moderiert von unseren Aktiven Christine Fischer und Bastian Wetzke. Sie sind beide im Vorstand des ADFC Pforzheim-Enzkreis und von Beginn an bei der Critical Mass Pforzheim aktiv.

Zur Einstimmung auf die politische Debatte zeigt das Kommunale Kino die mit dem „Zukunftsfilmpreis der Ökofilmtour 2023“ ausgezeichnete arte-Dokumentation „Wie gelingt die Verkehrswende? Metropolen in Bewegung“ von Johan von Mirbach. Der Film zeigt mit Beispielen aus Barcelona, Berlin, Kopenhagen und Paris, wie Stadtplaner:innen und Politiker:innen auf der ganzen Welt versuchen, ihre Städte lebenswerter zu machen. Die vorgestellten Umgestaltungskonzepte motivieren zu Nachahmungsprojekten und bieten den anwesenden Lokalpolitiker:innen damit eine inspirierende Diskussionsgrundlage.

Filmplakat „Wie gelingt die Verkehrswende?“
Filmplakat „Wie gelingt die Verkehrswende?“

„Du bekommst genau das Verkehrsmittel, dass du dir einlädst!“ Kopenhagen wurde für Fußgänger und Radfahrer konstruiert – die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger stieg dadurch enorm. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Motivation von den Hauptakteur*innen der jeweiligen Städte ausgeht, und was man alles tun kann, wenn die Politik dahintersteht. Der Zukunftsfilmpreis geht an die Dokumentation, weil sie uns eindrucksvoll zeigt, wie die Zukunft unserer Städte aussehen könnte.

Jurybegründung der Ökofilmtour 2023

Ende April treffen wir uns zur nächsten Kidical Mass! Wenn noch nicht geschehen, tragt euch den Termin bitte in eurem Familien- oder Enkelkalender ein und verteilt ihn bitte an Freunde und Bekannte:

Samstag, 27. April, 11.00 Uhr, Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)

Wir treffen uns um 11 Uhr am Waisenhausplatz und fahren dieses Mal mit all unseren Fahrrädern, Anhängern oder Lastenrädern zum Lukaszentrum in der Maximilianstraße 38.

Lasst uns in Pforzheim gemeinsam ein buntes und positives Zeichen für bessere und sichere Fahrradbedingungen vor allem auch für junge Menschen setzen. Wir laden alle ein, sich an unserer Aktion zu beteiligen und dafür klingelnd und mit Musik in die Pedale zu treten. Von kleinen Kindern im Fahrradanhänger, Kindern auf ihren eigenen Fahrrädern, Eltern bis hin zu den radbegeisterten Großeltern sind alle herzlich willkommen! 
Alle mitfahrenden Kinder bekommen am Ziel einen kostenlosen Crèpe von „La petite Crèperie“ oder können beim MoKi-Team selber ihre leckere Pizza backen. Neben Spielen und Mitmachangeboten können alle bei Kaffee & Kuchen entspannt zusammensitzen. 

Mit der Kidical Mass Pforzheim sind wir, wie in den letzten Jahren, wieder Teil der bundesweiten Aktion „Kinder auf’s Rad!“. Zeitgleich mit uns werden voraussichtlich erneut über 400 weitere bunte Fahrraddemos durch andere kleine und große Städte radeln und gemeinsam mit uns eine kinderfreundlichere Verkehrspolitik und den Ausbau einer sicheren Infrastruktur für kleine und große Radfahrer*innen einfordern.

Die Kidical Mass wird in Pforzheim getragen von einem stetig wachsenden breiten Aktionsbündnis und bekommt in diesem Jahr neu zusätzlich monstermäßige Unterstützung von „Kit Klimamonster“. Die aktuelle Aktion wird organisiert und unterstützt von:

Wir planen mit unseren Aktionspartnern von ADFCJugendgemeinderatKinderschutzbundPforzheim mitgestaltenStadtjugendring und VCD aktuell schon fleißig das Kidical Mass-Programm 2024.

Die Termine für die Kidical Mass Pforzheim stehen bereits fest:

Samstag, 27. April, 11.00 Uhr, Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)

Samstag, 21. September, 11.00 Uhr, Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)

Tragt euch die Termine bitte dick in den Kalender ein. An beiden Tagen sind wir mit der Kidical Mass Pforzheim wie in den letzten Jahren wieder Teil der bundesweiten Aktion „Kinder auf’s Rad!“. Zeitgleich mit uns werden voraussichtlich erneut über 400 weitere bunte Fahrraddemos durch andere kleine und große Städte radeln und gemeinsam mit uns eine kinderfreundlichere Verkehrspolitik und den Ausbau einer sicheren Infrastruktur für kleine und große Radfahrer*innen einfordern.

Dass sich Radfahren aus vielen Gründen lohnt, ist nicht neu – in Italien zahlt sich Radfahren jetzt aber im Wortsinn aus: Bergamo zahlt radelnden Bürger*innen pro Fahrradkilometer 25 Cent (siehe folgender Videobeitrag auf arte.tv).

Wäre das auch für Pforzheim ein Motivationsinstrument für die Beschleunigung der lokalen Verkehrswende? Wir finden ja und das schlagende Argument ist: Die Radfahrbelohnung würde den städtischen Haushalt unter dem Strich nicht einmal etwas kosten. Prof. Dr. Stefan Gössling von der Universität Lund hat im April 2018 auf dem Vivavelo-Kongress wissenschaftlich aufgezeigt: Radfahren ist nicht „nur“ ökologisch sinnvoll, sondern lohnt sich für Stadt und Gesellschaft auch wirtschaftlich.

Ein mit dem Fahrrad zurückgelegter km repräsentiert einen gesellschaftlichen Nutzen von etwa 30 Cent; ein mit dem Auto zurückgelegter km dagegen gesellschaftliche Kosten von 20 Cent pro pkm.

Quelle: Prof. Dr. Stefan Gössling: Kostenvergleich Auto-Fahrrad, Deutschland: Berechnungsannahmen, S. 2

Im Stadtgebiet Tiergarten wurde ein Kind auf einem Skateboard von einem Paketzusteller überfahren. Die Stadt plant dazu laut einem Artikel in der BNN vom 26.10.2022 folgendes:

  • Man wird einen Zaun aufstellen, damit die Kinder nicht mehr vom Spielplatz auf die Straße fahren können.
  • Lücken in den Hecken, die den Spielplatz von der Straße trennen sollen geschlossen werden.
  • Hecken, die die Sicht auf die Straße zu verbessern.

Toll würden wir noch finden:

  • Schwellen auf der Fahrbahn, die die Geschwindigkeitsbegrenzung umzusetzen helfen.
  • Die Straße beim Spielplatz zur Spielstraße zu machen.
  • Mehr Geschwindigkeitskontrollen.

Es sollte nicht sein, dass die Konsequenz aus solch tragischen Unfällen regelmässig ist, dass nur die Kinder mehr eingezäunt werden und die Stadt lediglich noch autogerechter gemacht wird.

Wer gemeinsam mit uns glaubt, dass die Stadt lebenswerter wird, wenn sie für unsere Kinder auch auf der Straße sicherer wird, der/dem empfehlen wir folgende Online-Petition „für sichere Schulwege, Spielmöglichkeiten für Kinder und Menschen im Tiergarten/Buckenberg PF“:

https://www.openpetition.de/petition/argumente/sichere-fusswege-schulwege-spielmoeglichkeiten-fuer-kinder-und-menschen-im-tiergarten-buckenberg-pf