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Leider kein verspäteter Aprilscherz: Diesmal werden wir bei der Critical Mass unsere Räder schieben. Zumindest ein kurzes Stück. Aber der Reihe nach:

Hast du schon mal versucht, von Birkenfeld, dem Arlinger oder aus Richtung Keltern nach Brötzingen zu radeln? Vielleicht zur Brötzinger Schule, zur Fritz-Erler-Schule, zum Entenspielplatz oder der Christuskirche? Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn dazwischen liegt mit der B294 eine echte No-Ride-Area. 7 Spuren für den motorisierten Verkehr. Keine einzige Spur für Radfahrende. Ein langer Umweg über den Sandweg zum Enztalradweg in Richtung Innenstadt. Wer direkt nach Brötzingen möchte muss an der großen Kreuzung B294/Dietlinger Straße/Habermehlstraße schieben.

NoRideArea B294
Kein Durchkommen für Radfahrenden vom Arlinger oder Birkenfeld in Richtung Brötzingen

Auf diese krasse Lücke in Pforzheims Radinfrastruktur wollen wir gemeinsam aufmerksam machen. Davor machen wir einen kleinen Abstecher zu unseren radfahrenden Freundinnen und Freunden in Birkenfeld, die ebenfalls am 24.04. (aber schon um 16.00 Uhr) die erste Critical Mass in Birkenfeld veranstalten. Sie wollen dabei auf die mangelhafte Umsetzung des Radverkehrskonzepts in Birkenfeld aufmerksam machen. Hört sich bekannt an?

Auf dem Weg nach Birkenfeld freuen wir uns jedoch an einem wirklich gut gelungenen Stück Radinfrastuktur entlang der alten Kleinbahntrasse. Natürlich geht das aber auch nicht ohne Lücke: Kurz nach der Arlingerkreuzung müssen wir leider bergauf über Schotter, um zu diesem sehr schönen Radweg zu gelangen. Die gesamte Route gibt’s wie immer auf Komoot:

Treffpunkt:
Freitag, 24. April, ab 18.30 Uhr, auf dem Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)
19.00 Uhr Ansprachen und Start Critical Mass

Fahr mit, bring Musik und Beleuchtung mit und lass uns gemeinsam sichtbar sein.

Radel mit und setze mit uns ein Zeichen!

Unser Aufruf für die monatliche Critical Mass

Sei dabei und komm, wenn du willst, gerne mit eigener Musik, Speichenleuchten, mobilen Discokugeln oder anderen bunten Lichtern. Gemeinsam machen wir sichtbar:

Pforzheim braucht eine nachhaltige Verkehrswende – und dafür eine sichere, faire und mutige Verkehrspolitik. Die tolle Doku „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch zeigt verständlich auf, wo auch Pforzheim ansetzen könnte.

Sharepic für die Critical Mass Pforzheim
Ebenfalls gerne verteilen!

Bei Fragen erreichst du uns unter criticalmass-pf@posteo.de oder auf einem unserer Online-Kanäle.

Zum Vormerken:

Die nächste Critical Mass rollt am 29. Mai. Infos folgen.

Am Samstag, 25. April 2026, wird Pforzheim bunt, laut und fröhlich – denn es ist wieder Zeit für die Kidical Mass. Nicht nur bei uns, sondern zeitgleich deutschland- und europaweit auch in vielen anderen Städten.

Wir wollen eine Stadt, in der sich alle sicher und selbständig mit dem Rad bewegen können!

Unsere Kidical Mass-Botschaft an die Lokalpolitik

Unsere ganz besondere Fahrraddemo richtet sich an Kinder, Familien und alle, die sich eine kindgerechte und sichere Verkehrsinfrastruktur wünschen. Gemeinsam mit vielen kleinen und großen Radfahrenden wollen wir zeigen: Pforzheim braucht mehr Platz und Sicherheit für Radfahrende – besonders für die Jüngsten unter uns!

Treffpunkt:
Samstag, 25. April, ab 09.30 Uhr, auf dem Waisenhausplatz
(zwischen Theater und CCP)

Ob auf dem Kinderrad, im Anhänger, mit dem Laufrad, einem Lastenrad oder einem Spezialfahrrad – bei der Kidical Mass sind alle willkommen. Egal, ob Eltern, Großeltern, Geschwister oder Freundinnen und Freunde – wir setzen gemeinsam ein buntes, fröhliches und friedliches Zeichen für mehr Fahrradfreundlichkeit in unserer Stadt. Tragt euch den Termin bitte in eurem Familien- oder Enkelkalender ein und verteilt ihn mit dem Kidical Mass-Flyer gerne in Kita, Schule und Freundeskreis.

Bringt alle Freundinnen und Freunde mit und lasst uns gemeinsam die 500 knacken!

Unser Teilnahmeziel für die Kidical Mass

Programm:

  • ab 09:30 Uhr: Malen, Basteln und Freunde treffen
    Gemeinsam schmücken wir auf dem Waisenhausplatz unsere Fahrräder mit bunten Bändern, Luftballons und liebevollen Botschaften. Farben, Bastelmaterialien und gute Laune stehen bereit!
  • 11:00 Uhr: Begrüßung und Start Kidical Mass
    In sicherem Tempo fahren wir auf einer kindergerechten Strecke gemeinsam durch die Stadt – begleitet von der Polizei, damit sich alle Teilnehmenden, ob groß oder klein, sicher fühlen können.
    Auf der Strecke wartet zusätzlich ein mobiles Unterhaltungsprogramm auf euch – lasst euch überraschen, das wird toll!
  • Ziel: Café Luise
    (Goldschmiedeschulstr. 6, 75173 Pforzheim)

    Für jedes mitfahrende Kind gibt es am Ziel zur Belohnung eine kostenlose Kugel leckeres Eis. (Vielen Dank an die Eisdiele Celeste für die süße Spende.)

Route zum Weitersagen:

Am Ziel beim Café Luise erwartet euch ein buntes Fest für die ganze Familie mit Verpflegung, Spielangeboten und Mitmachaktionen:

  • Zeichenmaschinen von Moki: Kreatives Malen rund ums Fahrrad
  • Kreativstationen vom Kinderkunstraum: Malen an der Drehscheibe, Basteln und Kettenreaktionen bauen
  • Fahrradparcours vom ADFC Pforzheim-Enzkreis: Kinder können auf einem Slalomkurs mit Wippe ihre Fähigkeiten testen und zeigen, wie sicher sie schon mit dem Rad unterwegs sind.
  • Experimente zu Klima & Umwelt mit Kit Klimamonster
  • Upcycling-Aktion: Eigene T-Shirts oder Taschen gestalten (Paint, Reuse, Recycle)
  • Edelsteinsuche: Eigene kleine Schätze entdecken
  • Spielstationen & Glücksrad sowie weitere Überraschungen
  • Essen & Getränke vor Ort
    (Vielen Dank an Lindemann Fruchtsäfte für die gesunde Flüssignahrung, an das Team von Café Luise und allen Kuchenspendenden und helfenden Händen für die tolle Unterstützung!)

Warum machen wir die Kidical Mass?

Kinder haben ein Recht auf sichere Wege. Doch noch immer fehlt es in Pforzheim an sicheren, durchgängigen und kinderfreundlichen Radwegen. Mit der Kidical Mass wollen wir gemeinsam sichtbar machen, wie wichtig es ist, dass sich Kinder selbstständig und sicher mit dem Fahrrad durch die Stadt bewegen können.

Kinder haben ein Recht auf sichere Wege.

Unser Antrieb für die Kidical Mass

Unsere Demo ist bunt, laut und friedlich – und zeigt: Der öffentliche Raum gehört uns allen!
Wir laden alle ein, sich an unserer Aktion zu beteiligen und dafür klingelnd und mit Musik in die Pedale zu treten. Von kleinen Kindern im Fahrradanhänger, Kindern auf ihren eigenen Fahrrädern, Eltern bis hin zu radbegeisterten Teens und Großeltern sind alle herzlich willkommen! 

Wir freuen uns über Unterstützung!

Wir freuen uns über Geschwister, Cousins und Cousinen, Tanten und Onkel und andere Interessierte ab 18 Jahren, die uns als radelnde Ordnerin oder Ordner unterwegs helfen, gemeinsam mit der Polizei Kreuzungen und Einfahrten abzusichern. Wenn ihr Lust und Zeit habt, laden wir euch herzlich zu einem Schnuppertraining bei der Critical Mass am Freitagabend ein.
Bei Interesse tragt euch bitte in unsere Ordnerinnen- und Ordnerliste ein und meldet euch unter criticalmass-pf@posteo.de oder auf einem unser Online-Kanäle:

Aktionsbündnis

Die Kidical Mass Pforzheim wird von einem breiten Bündnis aus lokalen Initiativen, Organisationen und engagierten Einzelpersonen unterstützt.
Gemeinsam sagen wir: #StraßenFürAlle | #StreetsForKids | #SelbstUndSicher

Videoeindruck

Hier ein Videoeindruck vom letzten Mal:

Am Freitag, 27.02.2026, machen wir den regulären Critical Mass-Termin frei und rufen stattdessen gemeinsam mit Fridays For Future Pforzheim zum Klimastreik zur Landtagswahl auf.

Treffpunkt:
Freitag, 27. Februar, 16.00 Uhr
Marktplatz Pforzheim

Bist du dabei? Egal, ob zu Fuß oder mit dem Rad, komm mit auf den Marktplatz und begleite uns auf dem Demozug durch die Innenstadt.

Lasst uns vor der Landtagswahl für Politik und Gesellschaft ein lautes und deutliches Zeichen für den Klimaschutz setzen und gemeinsam mehr Umsetzungstempo bei Klima- und Verkehrswende einfordern. Bringt Familie, Freunde und Bekannte mit – je mehr wir sind, umso größer die Botschaft!

Nett hier, aber wie lange noch?

Aufruf für den Klimastreik von Fridays For Future Pforzheim

Für alle, die bei der Vorpremiere am 8. Dezember 2025 im Kommunalen Kino nicht dabei sein konnten, die tolle Doku „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch hier nochmal auf Youtube.

Ein bildgewaltiger Film, der eine neue Geschichte der Mobilität erzählt. Ein Film, der inspiriert, zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, unsere Städte von Grund auf neu zu denken. Lokalpolitiker*innen und allen an lebenswerten Städten interessierten herzlich zum Anschauen empfohlen!

Es mangelt uns nicht an öffentlichen Flächen. Es mangelt an der Vorstellungskraft, sie zu verändern.

Ingwar Perowanowitsch

Presserückblick auf die Premiere im vollen Kino:

Am Montag, 8. Dezember, zeigen wir in Kooperation mit dem ausgezeichneten Kommunalen Kino Pforzheim in unserer gemeinsamen Filmreihe „Dialog (Rad-)Verkehr“ als Vorpremiere den neuen Film „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch.

Der sympathische Journalist und Filmemacher mit den Themenschwerpunkten Klimakrise und fahrradgerechte Städte war im Februar bereits mit seinem Film „Mit dem Fahrrad nach Aserbaidschan“ bei uns in Pforzheim. Wir freuen uns sehr, dass Ingwar auch seinen neuen Film persönlich in unsere Noch-nicht-ganz-Fahrradstadt bringt und im Anschluss für eine gemeinsame Diskussion zur Verfügung steht.

Treffpunkt:
Montag, 8. Dezember, 20.00 Uhr
Kommunales Kino Pforzheim
Schlossberg 20
75175 Pforzheim
Kartenreservierung online und telefonisch unter 07231 5 66 19 77

Programmvorschau:

Im Mai 2025 bricht der Journalist und Filmemacher Ingwar Perowanowitsch auf eine Radreise zu den schönsten Fahrradstädten Europas auf. Sein Weg führt ihn von Freiburg nach Paris, über Gent, Amsterdam, Utrecht und Hamburg bis nach Kopenhagen. Er möchte wissen: Wie haben diese Städte die Verkehrswende geschafft und was können wir in Deutschland von ihnen lernen? Perowanowitsch dokumentiert mit der Kamera, wie sich die Städte über die letzten Jahre und Jahrzehnte verändert haben, spricht vor Ort mit Politikern, Verkehrsplanern und Aktivisten und erzählt, welche Maßnahmen und Strategien am Ende zum Erfolg geführt haben.

Entstanden ist dabei ein bildgewaltiger Film, der eine neue Geschichte der Mobilität erzählt. Ein Film, der inspiriert, zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, unsere Städte von Grund auf neu zu denken.

Es mangelt uns nicht an öffentlichen Flächen. Es mangelt an der Vorstellungskraft, sie zu verändern.

Ingwar Perowanowitsch
Filmtrailer „Cycling Cities

Organisatorische Hinweise:

Mit Blick auf den Bekanntheitsgrad von Ingwar rechnen wir mit großem Andrang. Wenn ihr bei Ingwar und seinem Film im Kino sicher dabei sein wollt, empfehlen euch daher, am besten bereits im Vorfeld online oder telefonisch unter 07231 5 66 19 77 einen Platz zu reservieren.

Macht euch Radfahren bei uns in Pforzheim Spaß oder ist es stressig? Sagt Politik und Verkehrsplanung bitte eure Meinung dazu und macht bis zum 30. November 2024 mit beim beim aktuell laufenden ADFC-Fahrradklima-Test 2024.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zum Radfahrklima weltweit und findet 2024 zum elften Mal statt. Mit eurer Teilnahme könnt ihr den Radverkehr in Pforzheim bewerten und mit euren Alltagserfahrungen aus Radler*innenperspektive wertvolle Hinweise für Verbesserungen in der Infrastruktur geben.

Vielen Dank an alle Mitradelnden in unserem STADTRADELN-Team „ADFC & CRITICAL MASS Pforzheim“! In der Auswertung von STADTRADELN 2024 haben wir nach der toll geradelten Stadtverwaltung Pforzheim (Glückwunsch und weiter so!) in der Kategorie „Aktivstes Team mit den meisten Fahrten“ mit 1.136 Fahrten gemeinsam den zweiten Platz belegt.

Wir gratulieren allen diesjährigen Gewinner*innen (siehe Pressemitteilung der Stadt zur Preisverleihung am 27.09.2024) und freuen uns, dass sich in diesem Jahr insbesondere deutlich mehr Schüler*innen an der Aktion beteiligt haben.

Person wirft Wahlschein in Wahlurne mit Titel „Kommunalwahlen 2024“

Mit Blick auf die Kommunalwahlen im Juni laden wir euch am 26. April im Anschluss an die Critical Mass gemeinsam mit dem ADFC Pforzheim-Enzkreis und dem Kommunalen Kino zu einem Film- und Diskussionsabend mit Kandidierenden der Kommunalwahl 2024 über Verkehrswende, Radverkehrspolitik und die verkehrspolitischen Ziele in Pforzheim ein.

Von den in Pforzheim antretenden Listen haben wir dazu nach Bekanntgabe durch das Wahlamt je ein*e Vertreter*in zur Diskussion eingeladen. Der politische Abend wird moderiert von unseren Aktiven Christine Fischer und Bastian Wetzke. Sie sind beide im Vorstand des ADFC Pforzheim-Enzkreis und von Beginn an bei der Critical Mass Pforzheim aktiv.

Zur Einstimmung auf die politische Debatte zeigt das Kommunale Kino die mit dem „Zukunftsfilmpreis der Ökofilmtour 2023“ ausgezeichnete arte-Dokumentation „Wie gelingt die Verkehrswende? Metropolen in Bewegung“ von Johan von Mirbach. Der Film zeigt mit Beispielen aus Barcelona, Berlin, Kopenhagen und Paris, wie Stadtplaner:innen und Politiker:innen auf der ganzen Welt versuchen, ihre Städte lebenswerter zu machen. Die vorgestellten Umgestaltungskonzepte motivieren zu Nachahmungsprojekten und bieten den anwesenden Lokalpolitiker:innen damit eine inspirierende Diskussionsgrundlage.

Filmplakat „Wie gelingt die Verkehrswende?“
Filmplakat „Wie gelingt die Verkehrswende?“

„Du bekommst genau das Verkehrsmittel, dass du dir einlädst!“ Kopenhagen wurde für Fußgänger und Radfahrer konstruiert – die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger stieg dadurch enorm. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Motivation von den Hauptakteur*innen der jeweiligen Städte ausgeht, und was man alles tun kann, wenn die Politik dahintersteht. Der Zukunftsfilmpreis geht an die Dokumentation, weil sie uns eindrucksvoll zeigt, wie die Zukunft unserer Städte aussehen könnte.

Jurybegründung der Ökofilmtour 2023

Alle zwei Jahre legt die Stadt einen etwa tausendseitigem Haushaltsentwurf vor. Wir haben am Beispiel des Radverkehrs unseren Handlungsspielraum ausgelotet, der sich daraus ergibt.

Das Land Baden-Württemberg plant bis 2030 eine Reduktion des CO2 Ausstoßes im Verkehr um 55%. Man sollte also meinen, hierfür größere Ausgabenpositionen im Haushalt zu finden.

Aber Pforzheim plant eine Reduktion der Mittel für die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes von 2023 auf 2024 um 45% (von TEUR 500 auf TEUR 275) und von 2024 auf 2025 um 55% (von TEUR 275 auf TEUR 150). Man findet das z.B. mit einer Textsuche nach „Radverkehr“. Und selbst wenn Ausgaben geplant werden, werden diese nicht durchgeführt: statt der im vorhergehenden Haushaltsplan für 2022 geplanten Investitionen in Höhe von TEUR 500 weist die Position im Haushaltsplan 2024 in der Ist-Spalte für 2022 negative (!) tatsächlich getätigte Investitionen von TEUR 24 aus (Seite 624 des Haushaltsplans 2024). Damit haben wir Radverkehrsaktivist:innen vor zwei Jahren einen wichtigen Beitrag zur Sanierung der Stadtfinanzen geleistet, denn die halbe Million an Ausgaben, die nach unserem Gang durch die Fraktionen für Investitionen in den Radverkehr vorgesehen und dann nicht getätigt wurden, waren blockiert und konnten an anderer Stelle nicht ausgegeben werden. Eine Perspektive, die den Verantwortlichen sicherlich damals bereits realistisch schien.

Der Hintergrund dafür ist, dass es sich bei der Umsetzung des Radverkehrskonzepts um eine Position im Investitionshaushalt handelt (die Position lautet „I54100020324“). Und Investitionen werden nur angenommen, wenn die Straße „verbessert“ wird, oder wenn neues errichtet wird (siehe auch für Radabstellanlagen an Schulen: TEUR 125 (Seite 626) und Vollausbau Westliche mit Radweg: TEUR 1.640 (Seite 650) – wobei die Umsetzung des Radwegs an dieser Stelle aktuell noch in den Sternen steht) . Wenn lediglich Striche auf die Straße gemalt werden, wie in Pforzheim üblich, dann handelt es sich nach der Logik der Haushälter (und auch mancher Radfahrer:innen 🙂 ) nicht um eine Verbesserung der Straße. Deswegen werden diese Ausgaben dem konsumptiven Bereich zugeordnet und daher dem „Ergebnishaushalt“ entnommen und nicht dem „Investitionshaushalt“.

Der Oberbürgermeister spricht von Sparanstrengungen und dass kein Geld da sei. Um sich von diesem „nichts“ gleich mal einen ordentlichen Puffer zu reservieren, plant die Stadt nicht nur bei den Radverkehrsinvestitionen mit Luftnummern. Seit über zehn Jahren plant die Stadt mehrere Millionen EUR zu viel an Personalausgaben (siehe Seite 42 des Personalberichts 2024; für 2022 plante die Stadt im vorigen Haushalt Mio EUR 149,9 für Personal, gab aber tatsächlich nur Mio EUR 145,1 für Personalaufwendungen aus, siehe Seite XXXIII des aktuellen Haushalts und XXXIII des vorherigen Haushalts). Das liegt daran, dass die Verwaltung es z.B. ablehnt, für die weiter über hundert offenen Stellen im Bereich „Kita“ eine bessere Entlohnung, günstige Wohnungen oder sonstige Vorteile auszuloben. Da sich daran über die Jahre hinweg nichts geändert hat, ist davon auszugehen, dass die Verwaltung im Interesse einer falsch verstandenen Sparpolitik lieber den Mangel verwaltet als die Zukunft zu gestalten.

Die von der Stadt für den Radverkehr durchgeführten Straßenbemalungen sind so billig, sie sind praktisch ein Nasenwasser im Vergleich zur Größenordnung allein nur der in die größeren Haushaltspositionen eingeplanten Puffer. Grundsätzlich enthalten sind die konsumptiven Ausgaben für den Radverkehr regelmässig in den „Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen“ (Position 14) der Haushaltsposition 5410 „Gemeindestraßen“ in Höhe von Mio EUR 11 (Seite 553 ff des Haushaltsentwurfs 2024).

Dort enthalten sind TEUR 100 für Markierungen/Beschilderungen/Hartplastik (Seite 554).

Da der Haushalt regelmäßig mit dieser Granularität verabschiedet wird, hat die Stadt somit Entscheidungsfreiheit um je nach Belieben diese Mittel für die Radwegebemalung oder für breitere SUV-gerechte Parkplatzmarkierungen auszugeben. Immerhin haben wir aktuell eine Baubürgermeisterin aus einer Partei, die sich den Radverkehr auf die Fahnen schreibt. Diese kann jedoch in alleiniger Entscheidung die Puffer, z.B. aus dem Personalbereich, nicht umschichten.

Was uns zu der Frage führt, was können wir bei dieser Gemengelage vor den Haushaltsberatungen eigentlich für Forderungen stellen, die den Radverkehr tatsächlich voran bringen.

Investitionen für den Radverkehr wären z.B. Gehwegabsenkungen, bauliche Trennung des Radverkehrs oder eine sonstige bauliche Umgestaltung des Straßenraums im Interesse des Radverkehrs. Diese könnten wir z.B. für eine fahrradfreundliche Umgestaltung der Kreuzung HWA/Hohenzollernstraße fordern oder auch für die fahrradkompatible Umgestaltung der Steubenstraße (= den potentiellen Enztalradweg auf der Südseite der Enz, den der OB schon frür vor drei Jahren versprochen hat).

Über Eure Vorschläge und Rückmeldungen würden wir uns freuen.

Hier nochmal alle Quellen:

Haushaltsentwurf 2024/2025: https://www.pforzheim.de/fileadmin/user_upload/haushalt/hh2023_2024/HHPL_2024_2025_-_Entwurf_komprimiert.pdf

Personalbericht 2024: https://www.pforzheim.de/fileadmin/user_upload/hauptamt/personal/20231108_personalbericht.pdf

Haushalt 2022/2023 (für den Vorjahresvergleich): https://www.pforzheim.de/fileadmin/user_upload/haushalt/hh2022_2023/eng%C3%BCltiger_HHPL_2022_2023_Internet.pdf

[dieser Artikel wurde am 12.12. ergänzt um die Haushaltsplanpositionen bzgl. Abstellanlagen, Vollausbau Westliche und Markierungen/Beschilderungen/Hartplastik]

Am 26. April wurde im Planungs- und Umweltausschuss die Umgestaltung der Zerrennerstraße diskutiert. Bei der Verkehrsberuhigung der Zerrennerstraße stehen auf der einen Seite die Verfechter einer lebenswerten Innenstadt, welche trotz Galeria-Insolvenz, Sinn-Leffers Ruine und Druck des Onlinehandels die Innenstadt zum durchgehenden, lebenswerten Aufenthalts-, Erlebnis- und Einkaufsraum gestalten wollen. Und auf der anderen Seite die, denen der Wunsch veränderungsunwilliger Umlandbürger, mit dem Auto durch das Wohnzimmer der Stadt zu fahren, wichtiger ist als die Perspektive, dass Pforzheim sich zur Schlafstadt entwickelt.

Wenn die Gegner der Umgestaltung allerdings diese Position tatsächlich benennen würden, würde man sie für Ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Sterben der Innenstadt verantwortlich machen. Oder für ihre Gewerbefeindlichkeit. Oder für ihr verbrennerzentriertes Gesellschaftsmodell.

Deswegen ging die FDP Stadträtin Descharmes Herrn Sarow gestern lieber persönlich an, anstatt sich auf die Sachebene zu wagen, als sie meinte, ausgerechnete der, der sein Auto „regelmäßig dort abstelle, wo es nicht hingehöre“, würde nun für den Radverkehr sprechen. Immerhin setzt sich die Verbrenner-FDP damit ausnahmsweise gegen das Falschparken ein. Aber Herr Sarow stellt sein Fahrzeug gar nicht *regelmäßig* dort ab, wo es nicht hingehört. Allerdings hat er – wie allseits bekannt – ein besonders schickes Auto, das sich zu leisten einen gut gefüllten Kontostand voraussetzt. Das kann bei einem FDP Mitglied schon Sozialneid auslösen. Ist es populistisch, wenn man den Sozialneid auf die politische Bühne trägt? Die Pforzheimer FDP hat nach „Klos statt Radwege“ jedenfalls mal wieder ihre wahren politischen Beweggründe verheimlicht.